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Forum: "III. Geschichte zum Weiterschreiben"

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10.3.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: siebengscheit Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 22.08.2007 14:05:57 geändert: 22.08.2007 14:57:18

Dabei sah sie einen wild hinter ihnen herwinkenden Pförtner und konnte noch einzelne Wortfetzen seiner Schimpftiraden hören.: „So zwei freche Gören...na wartet... ich werde...!“
Stella wusste nicht wie ihr geschah, doch sie folgte ihrer Schwester widerstands- und wortlos.
Schnell erreichten beide die erste Etage. Sie hielten inne und lauschten, ob der Pförtner ihnen nicht doch gefolgt war.
„Nichts zu hören! ... Puh, das war aber knapp!“, stellte Mira erleichtert fest.
„Der hätte uns doch nie durchgelassen!“ Stella nickte zustimmend mit dem Kopf. „Und jetzt?“, fragte sie leise.
Mira schaute sich um. Rechts sah sie eine Glastür und links ... noch eine!
„Wir nehmen mal die rechte“, entschied Mira, packte Stella am Arm und zog sie mit in Richtung der Tür.
Leise und vorsichtig öffnete Mira die Tür, während sich Stella im Hintergrund hielt. Vor ihnen lag ein langer Gang mit Türen auf jeder Seite.
Mira legte den Zeigefinger über ihre Lippen und deutete auf das Schild an der ersten Tür.
‚Creative4U’ – Werbeagentur stand in der obersten Zeile, darunter ‚Anmeldung hier!’
„Wir müssen uns doch wohl nicht anmelden, wenn wir zu Papa wollen?“ flüsterte Stella kaum hörbar.
„Nö – jetzt suchen wir einfach sein Zimmer. Das muss ja hier irgendwo sein. Komm!“ Mira war schon einen Schritt weitergegangen, als sie merkte, dass Stella nach ihrer Hand griff.
Auf Zehenspitzen gingen beide den Flur entlang, dabei guckten sie rechts und links auf die Schilder an den Türen.
Dabei waren sie so konzentriert, dass sie nicht merkten, wie sich eine Tür öffnete und...


10.4neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ines Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 22.08.2007 14:58:07 geändert: 22.08.2007 15:14:17

...sie schlichtweg dagegen knallten. „Verdammt!“, entfuhr es Mira, dann riss sie ihre Schwester herum und zischte etwas von „Verschwinden!“, aber dafür war es nun zu spät. Eine markant hohe und schrille Stimme, die die Mädchen unweigerlich an Frl. Rottenmeier erinnerte, ertönte in deren Rücken. „Na was haben wir denn da?“, fragte sie und Mira und Stella drehten sich ertappt um. Die eine schaute keck unter ihrem strubbeligen Haar hervor, während die andere betreten ihren Blick senkte. Mira jedoch fackelte nicht lange, hakte sich bei Stella unter und meinte forsch. „Wir sind kein –was-! Wir sind die Töchter von Herrn Cravellioni und sind in einer dringenden Angelegenheit hier.“ Das eben aufgetauchte, an eine Windhunddame erinnernde, Gesicht der Frau in der Tür, machte einen pikierten Eindruck als sie das Wort „Töchter“ vernahm, doch rutschte sie ihre Brille zurecht und wandte sich um. „Na, dann wollen mir die Damen vielleicht folgen!“, verlautbarte sie hochnäsig und deutete ihnen mit wippenden Finger ihr zu folgen. Mira konnte nicht anders. Sie musste einfach eine Grimasse ziehend hinter der Lady herschreiten und auch versuchte sie deren Gang zu imitieren, was ihr nicht leicht fiel. Stella wäre am liebsten im Boden versunken, doch Mira schien es zu genießen, bis sie plötzlich….


10.5.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: keinelehrerin Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 22.08.2007 20:06:03 geändert: 22.08.2007 20:28:30

... ihrem Vater gegenüberstanden hatten. Ronaldo staunte nicht schlecht, als er die Beiden sah. Auf seinem Gesicht konnte man in kürzester Zeit ganz viele Gemütszustände ablesen: Zuerst Freude, dann Schreck, danach Erstaunen und zuletzt Zorn. Er sprach ganz leise etwas zu dem jungen Herrn im Shirt und stand dann vom Tisch auf. Während er auf die Mädchen zuging, blickte er noch kurz auf die Uhr. „Ronni, deine Töchter möchten dich sprechen“, die Frau sprach das Wort ‚Töchter‘ aus wie andere Menschen ‚grünglibberigen Schleim‘ sagen. „Danke Mara“, sagte Ronaldo und dirigierte seine Mädels in den Coffee-Corner. „Was wollt ihr hier? Ist was passiert?“ Seine Stimme klang sehr gereizt. Stella verlies angesichts der kaum verhüllten Wut ihres Papas der Mut. Nicht so Mira. „Ja Papa. Es ist was passiert. Wir vermissen dich. Du fehlst mir beim Frühstück und deine Zahnbürste ist nicht mehr im Becher. Du meckerst nicht mehr, wenn ich meine Tokio-CD höre, abends bekomme ich ... keinen ..... Kuss ....... mehr.“ Die letzten Worte waren durch das Schluchzen kaum noch zu hören. Ronaldo sah betreten auf den Fußbodenbelag. Nun hatte Stella doch noch was anzufügen: „Ich vermisse unser Kitzeln.“ Dieser kleine Satz schnitt in Ronaldos Herz, mehr als es ein Dolch vermocht hätte. Wortlos nahm er Stella links und Mira rechts in die Arme. ‚Wie sollte er es den beiden erklären? Sie waren doch noch Kinder.‘ „Ach, ihr Mäuse. Seht ihr.... Das ist alles nicht so einfach..... manchmal ist es so, dass.... Ich habe euch sehr sehr lieb.“ Stella weinte leise an der Schulter ihres Vaters. Mira litt lautlos. Ronaldo beschränkte sich darauf, weil ihm die Worte fehlten, die Köpfe seiner Zwillinge liebvoll zu kraulen.


10.6neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: aloevera Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 22.08.2007 21:02:59 geändert: 22.08.2007 21:10:25

Allerdings waren seine Zärtlichkeiten kein Ersatz für eine Erklärung, das wusste er genau. Und so nahm er all seinen Mut zusammen und versuchte seinen Töchtern zu erklären, dass sich seine Liebe zu seinen Kindern nicht geändert hatte und auch nie ändern würde. Aber, er habe sich in eine andere Frau verliebt, mit der er sich besser verstände als mit Lena, mit der das Leben interessanter und lebenswerter für ihn sei und mit der er in Zukunft zusammen leben wolle.
„Heißt das, du magst Mama nicht mehr?“ fragte Stella unsicher. „Doch schon, ich mag sie, aber ich liebe sie nicht mehr.“ „Ich finde dich einfach gemein,“ presste Mira hervor. „Du haust einfach ab und lässt uns alleine. Wir sind doch eine Familie, aber das scheinst du vergessen zu haben.“
„Komm!“ rief sie Stella zu, nahm sie beherzt an die Hand und zog sie Richtung Ausgang hinter sich her. Während sie sich vor Wut auf die Unterlippe biss und ihre aufsteigenden Tränen bekämpfte, liefen Stellas Tränen lautlos über ihr Gesicht.


11.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: franzy Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 22.08.2007 21:22:58 geändert: 23.08.2007 10:50:00

Gerdi rannte die Straße entlang und stoppte plötzlich ab. Hans- Peter prallte unsanft auf Gerdis Rücken. Mit dieser Frau wurde es nie langweilig. Welche Gedanken schwirrten nun wieder durch ihren Kopf. Gerdi drehte sich langsam um und schaute Hans- Peter grübelnd in seine braunen Augen. Hans- Peter fühlte sich dabei gar nicht wohl. Doch Gerdi strahlte auf einmal über das ganze Gesicht.
„Ich weiß, was wir machen“, rief sie enthusiastisch. Gerdis Tanzstundenpartner bekam langsam Schweißtropfen auf seinem Gesicht. Hätte er doch bloß nichts gesagt. Es hätte so ein schöner Abend werden können. Seufzend ergab sich Hans- Peter in sein Schicksal. Gerdi überlegte laut weiter: „Ich kenne da einen jungen Mann. Er ist zwar etwas verklemmt, aber sehr nett. Sicher könnte er der kleinen Familie helfen.“ Hans- Peter sah Gerdi geschockt an. „Du willst doch nicht etwa...?“. Das konnte doch wohl nicht wahr sein. Gerdi wollte diese Lena doch nicht verkuppeln?! Hans- Peter schaute frustriert in den Abendhimmel. Eigentlich wollte er doch Gerdi umgarnen. Wie konnte ein Abend nur so schief laufen. „Soll ich dich nach Hause bringen?“, fragte Hans- Peter seine Tanzstundenflamme. „Jetzt?“, fragte Gerdi überrascht.


11.2.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: siebengscheit Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 23.08.2007 09:09:03 geändert: 23.08.2007 17:06:18

„Na ja – mit Tanzen wird es wohl heute nichts mehr werden!“ Hans-Peter schaute sich um.
„Oder – hier ein Tänzchen auf offener Straße?“ er verbeugte sich leicht vor Gerdi.
„Lass den Unsinn“, Gerdi wies ihn mit Bestimmtheit in seine Schranken.
„Folge mir doch einmal einmal ohne Deine überflüssigen Kommentare!“ Sie hakte sich bei Hans-Peter unter und zog ihn mit sanfter Gewalt weiter.
‚Einmal folgen?’ dachte Hans-Peter, ‚wenn es nur einmal wäre! Immer – folge ich!’

Ein paar Meter weiter blieb er einfach stehen.
„Ich gehe keinen Schritt weiter! - Ich habe Hunger! – Mir knurrt der Magen!“ Hans-Peters Worte klangen wie die eines trotzigen Kindes.
„Wie kannst Du immer nur in solchen Momenten ans Essen denken? – Es gibt Wichtigeres als Dein Magenknurren!“ Gerdi schüttelte verständnislos den Kopf.

„Keinen Schritt!“, damit unterstrich Hans-Peter nochmals seine letztgesagten Worte.
Gerdi öffnete ihre Handtasche, kramte darin und holte ein ziemlich schäbig aussehendes Bonbon hervor.
„Hier – das hilft erst einmal!“ Sie reichte Hans-Peter das Bonbon, der es auch artig nahm, aber nach genauerem Hinsehen mit einem Fußtritt in das nächstgelegene Gebüsch kickte.

„Hans-Peter!“ Gerdi warf einen strengen Blick auf ihn. „Wie alt bist Du eigentlich? – Macht man so etwas?“ Ihre entrüsteten Fragen klangen wie die einer ältlichen Gouvernante.
„Wenn man nicht ernst genommen wird – schon!“, erklärte Hans-Peter sein Handeln.

„Gut, dann gucken wir mal, ob wir etwas gegen Deinen kleinen Hunger finden!“ kam es nun doch versöhnlich von Gerdi zurück.
„Irgendwo muss hier doch eine Imbiss-Bude sein – da kannst Du dann schnell eine Curry-Wurst essen!“ Gerdis Vorschlag klang vielversprechend in den Ohren von Hans-Peter.
„Komm – lass uns mal um die nächste Straßenecke gucken!“

Richtig – da stand einer kleiner, noch geöffneter Imbisswagen und davor ein zwei Stehtische. Der Geruch von verbrauchtem Fett drang in Gerdis Nase und innerlich schüttelte sich ihr Hausfrauenherz, aber Hans-Peter hatte schon seine Bestellung aufgegeben: „N’abend - zweimal Curry-Wurst mit Pommes rot-weiß!“
„Schon in Arbeet, der Herr – sonst noch een Wunsch?“ Bei dieser Frage rümpfte Gerdi die Nase ‚nein danke!’.

Wenige Minuten später standen beide am Stehtisch, vor ihnen zwei fettige, mit viel Curry überstreute Würste, nicht einmal knusprige Pommes – und trotzdem – Hans-Peter ließ es sich schmecken, während Gerdi nur einen Pommes mit spitzen Fingern in den Mund schob.
„Jetzt noch einmal langsam für alle – und mich!“ begann Hans-Peter. „Wie willst Du es denn anstellen und der Familie helfen? Was ist das für ein junger Mann?“ Nachdem er ein paar Kalorien zu sich genommen hatte, schien auch das Interesse an der Hilfsaktion für seine Nachbarin wieder erweckt.



11.3neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: keinelehrerin Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 23.08.2007 20:55:41 geändert: 23.08.2007 21:18:19

Gerdi nahm ganz tief Luft – Göttin, frau hatte es halt mit einem Mann zu tun!- und sah Hans-Peter tief in die Augen. „Ich habe die Lösung für zwei Probleme gefunden. Eine Doppel-Lösung sozusagen. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Mit einem Streich vier Menschen glücklich machen. Optimale .....“ „Halt!“, unterbrach Hans-Peter den Redefluss seines Gegenübers, „ich bin ja nicht von vorgestern. Das habe ich schon verstanden. Aber was genau planst du? Irgendeinen Schritt, den du ausgebrütet hast, verschweigst du mir. Das macht es mir so schwierig dir gedanklich zu folgen. Erklär es mir bitte wieder von Anfang an.“ Genussvoll schob er sich zwei frittierte Kartoffelstäbchen in den Mund.
„Ich habe am See einen jungen unverheirateten Mann kennengelernt, sympatisch, relativ gutaussehend, finanziell scheinbar abgesichert. Allerdings ist er sich noch nicht so ganz darüber im Klaren, dass ihm eine Frau fehlt. Er ist erst auf dem Weg, das festzustellen. Und auf der anderen Seite ist deine Nachbarin. Eine junge, verletzte Frau, die den Spass am Leben wieder finden kann. Und zwei Mädchen, die in einer wichtigen Phase ihres Lebens einen männlichen Begleiter brauchen. Was liegt also näher, als diese vier Menschen einander kennenlernen zu lassen.“ Erwartungsvoll sah sie Hans-Peter an. „Verstehst du, was ich meine? Wir spielen ein bisschen Schicksal.“ Ja, er hatte sie verstanden. Allerdings widerstrebte es ihm im Leben von Menschen herumzuwurschteln. Die Verantwortung erschien ihm zu groß, und das sagte er auch Gerdi. Doch Gerdi war in ihrem Enthusiasmus nicht zu bremsen. „Ach was. Wir geben dem Schicksal nur ein Zeichen, dass es hier einspringen soll. Ein kleiner Wink sozusagen. Was sich dann aus der Sache entwickelt, liegt nicht mehr in unserer Verantwortung. Oh wie aufregend!“ Hans-Peter wusste, wann Widerworte zwecklos waren. Und hier waren sie zwecklos.


11.4neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: aloevera Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 23.08.2007 22:53:16 geändert: 23.08.2007 23:07:21

Praktisch veranlagt, wie Gerdi nun einmal war, nestelte sie so lange in ihrer Handtasche herum, bis sie zwei Kugelschreiber und zwei Zettel fand. Sie schob Hans-Peters Pommes Frites energisch beiseite und legte ihm einen Zettel und einen Stift hin.
„Wir werden jetzt jeweils eine Kontaktanzeige schreiben, du für deine Nachbarin und ich für meine Seebekanntschaft.“ „Ich soll – was?“ entfuhr es Hans-Peter. „Nu schreib schon, das kann doch nicht so schwer sein.!“

Hans-Peter glaubte sich im falschen Film, legte seine Stirn in Falten und dachte nach.
Wie in der Schule versuchte jeder, beim anderen etwas zu erhaschen, was ihn weiter bringen könnte.
Bald war nur noch das Kratzen der Stifte auf dem Papier zu hören. Als Hans-Peter fertig war, faltete er seinen Zettel sorgfältig zusammen. Gerdi tat es ihm nach.
Wie in einer konspirativen Sitzung schauten sie sich fest in die Augen, tauschten ihre Zettel und jeder las gespannt, was der Phantasie des anderen entsprungen war.

Es bedurfte keiner weiteren Worte. Hans-Peter nickte Gerdi zu, Gerdi nickte zurück.
„Nun brauchen wir nur noch die Telefonnummer der Anzeigenannahme der Berliner Morgenpost“ flüsterte Hans-Peter, als würde jemand ihre Pläne belauschen.

Gerdi zog ihr Adressbuch aus der Tasche, klappte ihr Handy auf und gab die Telefonnummer ein.


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von: janneke Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 24.08.2007 11:30:18 geändert: 24.08.2007 22:27:56

Lena versuchte, den vergangenen Abend aus ihrem Gedächtnis zu streichen. Nachdem sie sich einigermaßen beruhigt und wieder im Griff hatte, hatte sie angefangen, die Zwillinge zu suchen. Doch keine Freundin wusste über deren Verbleib, auf dem Spielplatz waren sie nicht, in der Eisdiele auch nicht. Schließlich war Lena soweit, in ihrer allergrößten Not sogar ihre Mutter und –noch schlimmer- Ronaldo in der Agentur anzurufen, als sich die Tür öffnete und die Mädchen mit Leichenbittermine in die Wohnung schlichen. Das Donnerwetter schon auf den Lippen, war Lena aufgesprungen und hatte die Mädchen im Flur abgefangen. Das Schimpfen war ihr jedoch vergangen, als sie Miras und Stellas Gesichter sah. Taktvoll schluckte sie ihre Tirade hinunter und beschloss abzuwarten, bis die Kinder ihr von sich aus erzählten, was geschehen war. Nach einem schweigsamen Abendessen brachte sie die beiden zu Bett und machte sich danach an all die Dinge, die in den letzten Tagen liegen geblieben waren. So hatte sie etliche Rechnungen zu überweisen.
Sie startete ihren Computer, loggte sich ins Internet ein und rief ihr Onlinebanking-Programm auf. `Die dicken Brocken zuerst´, dachte sie und nahm sich die Hausrat- und Haftpflichtversicherungsrechnung. Sie gab die Daten ein, bestätigte alles mit ihrer Geheimnummer und wollte sich zur nächsten Transaktion weiterklicken, als sich ein Fenster öffnete: „Verehrter Kunde, Ihr Auftrag konnte nicht angenommen werden. Bitte wenden Sie sich an Ihren Kundendienstmitarbeiter.“
Lena fluchte auf die Technik, startete den Rechner neu und gab alle Daten erneut ein – mit dem gleichen Ergebnis. Schließlich gab sie auf, ging zu Bett und zog sich die Decke über den Kopf.

Am Morgen ließ sie die Mädchen schlafen, zog sich an und machte sich auf den Weg zu ihrer Bank. „Ich hätte gern Frau Tellmann gesprochen“, ließ Lena den jungen Mann am Schalter wissen.
Nur Augenblicke später saß sie mit ihrer Sachbearbeiterin in einer Beratungsnische. Blitzte da Verachtung in den Augen der Bankangestellten? Oder sollte es Mitleid sein? Unsinn, sie konnte doch von Lenas Situation nichts wissen.
Lena schilderte ihre Probleme mit dem Überweisungsprogramm und die Beraterin rief sich die entsprechenden Kontodaten auf. Sie runzelte die Stirn und tippte weiter auf ihrer Tastatur herum. Schließlich nahm sie die Brille von der Nase, schloss die Augen, öffnete sie wieder und sagte: „Frau Cravellioni, es tut mir sehr leid, aber ihr Konto ist für das Online-Banking gesperrt worden.“ „Ach, das macht doch nichts“, meinte Lena, „dann überweise ich das eben hier am Terminal. Sie schalten das dann einfach wieder frei.“ „Auch das wird so einfach nicht möglich sein“, entgegnete Frau Tellmann. „Aber wieso sollte das kompliziert sein, die Menschen fliegen zum Mond, da kann doch das Freischalten einer digitalen Funktion kein Problem sein!“ Lena war in technischen und Bankangelegenheiten immer schon sehr unbedarft gewesen. Darum hatte sich bisher auch immer Ronaldo um die Finanzen gekümmert. „Frau Cravellioni, es liegt nicht an technischen Schwierigkeiten. Wir haben das Onlinebanking gesperrt, weil Ihre finanzielle Situation seit einiger Zeit etwas, nun, sagen wir mal, prekär ist. Der Dispositionskredit ist voll ausgeschöpft und der Kredit für das Haus ist seit vier Monaten nicht bezahlt worden.“
Lena glaubte, ihr habe jemand den Boden unter den Füßen weggezogen……..


12.2neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: siebengscheit Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 24.08.2007 14:12:06 geändert: 24.08.2007 14:58:40

Ihre Hände verkrampften sich um die Armlehnen des Stuhls. Das Gesicht der Kundenberaterin verzog sich zu einem fratzenhaften Grinsen. Stimmen flüsterten ihr aus verschiedenen Richtungen zu, „das haben wir Dir doch gleich gesagt...! Betrogen! .... Sitzengelassen! ... Du musst aus dem Haus raus!“
„Nein!“, schrie sie laut auf und plotzlich....war alles dunkel und ganz still.

„Frau Cravellioni ... hallo...hören Sie mich?“ Lena öffnete die Augen und wollte sich sofort aus dem Stuhl erheben. Mit sanfter Hand drückte Frau Tellmann, die vor ihr stand und ihr mit einem dünnen Ordner Luft zufächelte, sie wieder auf den Stuhl zurück.
„Geht es wieder?“, fragte sie besorgt.
Lena fuhr sich über ihre Stirn und wischte die Schweißperlen weg. Was war geschehen?
Erst langsam konnte sie die Gedanken wieder ordnen und sie realisierte schlagartig die Auswirkungen ihrer zukünftigen finanziellen Situation.
„Danke“, sagte sie leise, „es geht wieder einigermaßen. Ich möchte nach Hause! Würden Sie mir bitte ein Taxi rufen!“
„Sind Sie sich wirklich sicher?“, Frau Tellmann war noch immer sehr besorgt und hinter ihrer offiziellen Bankerfassade tat es ihr aufrichtig leid, Lena diese Mitteilung überbracht zu haben.
„Ja! Ich möchte es erst mit meinem Mann klären..“, hörte sich Lena sagen, aber sie wusste im Grunde nicht, wie sie es anstellen sollte. Klar war ihr aber, dass Mira und Stella erst einmals nichts von den neuen Problemen erfahren sollten.
„Ihr Taxi ist da ... und für das Andere finden wir auch eine Lösung!“, Frau Tellmann war bemüht, Lena noch etwas Aufmunterndes auf den Heimweg mitzugeben.
Lena verabschiedete sich höflich und ging Richtung Ausgang. Ihre Knie zitterten, ihr Kopf dröhnte und nur mit Mühe erreichte sie das Taxi, dessen Tür ihr vom Taxifahrer freundlich geöffnet wurde.

„Wo soll’s denn hinjehen? Mit viel Knete zum Eenkoofen?“ Lena war im Moment nicht in der Lage, dem Taxifahrer eine passende Antwort zu geben und sagte nur kurz: „Bitte in die Waitzstrasse!“ Ohne den Fahrer auch nur eines Blickes zu würdigen, setzte sie sich nach hinten in das Auto und hoffte, dass ihr weitere aufdringliche Fragen erspart bleiben würden.

Mit einem unsanften Ruck setzte sich das Taxi in Bewegung. „’Tschuldijung, aber ich fahre noch nich’ lange!“... Lenas Blick und zwei strahlend blaue Augen des Taxifahrers trafen sich im Rückspiegel.




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