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Forum: "III. Geschichte zum Weiterschreiben"

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19.7neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ines Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 25.05.2008 18:15:26

Und da stand er, etwas verwirrt und fehl am Platze wirkend, aber er stand direkt vor ihr und kratzte sich am Kopf. "Ja, bitte?", fragte sie sichtlich verwundert über die ihr fremde Gestalt und ihr Gegenüber hob hilflos die Schultern. "I hob mi varennt!", stotterte er und strich sich verlegen über die Stirn. Lena verstand kein Wort und starrte den komischen Kerl verwirrt an. "I hob mi valaufn.", probierte er es erneut und senkte mit leichter Röte im Gesicht seinen Kopf.
"Tut mir leid, aber ich verstehe sie nicht.", antwortete Lena und der eigenartige Typ in den Krachledernen schenkte ihr einen herzzerreißenden Dackelblick. "Verlaufen, habe ich mich.", stotterte er und endlich verstand Lena. "Ja wo wollten sie denn hin?" Nun nahm er seinen altertümlich wirkenden Filzhut vom Kopf und wunderbar krauses Haar kam darunter zum Vorschein. Mit einem scheuen Lächeln bewaffnet druckste er weiter. "Ins Spital." Lenas Mundwinkel sackten herab und sie fasste ihn instinktiv am Arm. "Um Gottes Willen, fehlt ihnen etwas? Brauchen sie ärztliche Hilfe.", es brach wie ein Schwall aus ihr hervor und sie zog ihn rasch in die Diele und platzierte den perplexen Mann auf einen Stuhl. "Soll ich den Notruf wählen?", fragte sie besorgt, doch drehte sich ohne eine Antwort abzuwarten um und verschwand eilig in der Küche. Einen Augenblick später drückte sie ihm wortlos ein Glas Wasser in die Hand und endlich konnte Constantin antworten. "Nein, nein. Mir fehlt nicht...ein wenig der Durchblick, oba sunst nix...ähm ich meine sonst nichts." Lena atmete erleichtert auf und nun fiel ihr Blick erstmals auf die süßen dunklen Kulleraugen die sie freundlich anstrahlten und auch auf die kleinen Fältchen die sich um seinen Mund abzeichneten. Lena schluckte und wandte sich ein Stückchen ab, doch der Fremde mit den breiten Schultern der auf ihrem antiquarischen filigranen Dekostuhl saß streckte ihr die Hand hin. "Constantin, i bin da Constantin.", sagte er und wieso auch immer, lief Lena beim Klang seiner Stimme ein angenehmer Schauer über den Rücken. "Sehr erfreut", stotterte sie, "Lena." Constantin erhob sich. "Haben sie einen Plan?", fragte er um gutes Hochdeutsch bemüht. Lena lächelte bei dem Gedanken, dass sie eigentlich überhaupt keinen "PLAN" hatte, dann aber nickte sie und sagter. "Kommen sie weiter. Ich hole ihn. Gemeinsam werden wir sie wieder dorthin bringen wohin sie wollten." Constantin grinste und dachte leise, "Eigentlich will ich ....


19.8neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ines Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 01.06.2008 13:46:50

Das Glas in seiner Hand wurde allmählich warm, doch er konnte seinen Blick nicht von der fremden Frau, die ihn so freundlich aufgenommen hatte abwenden. Konzentriert studierte sie den Stadtplan, fuhr mit ihren schlanken Fingern das Gewirr an nichts sagenden Linien entlang und murmelte, für ihn völlig fremde, Straßennamen. Ab und zu kräuselte sich ihre Stirn und Constantin hatte Mühe nicht ständig die dunkel unterlaufene Beule anzustarren. Das Zimmer, die Geräusche von der Straße und das Schnauben der entkalkungswürdigen Espressomaschine in der Küche wichen und allmählich senkte sich eine ungewohnte Ruhe in ihm fest. Lenas Stimme, ihre bedachten Bewegungen, ihre aufrechte Haltung, all das bewirkte bei dem Naturburschen eine angenehme Vertrautheit und als ihr eine Haarsträhne ins Gesicht fiel, strich er sie intuitiv zurück. Lena wich erschrocken nach hinten und Constantin erstarrte. Was hatte er getan? Sie sagte kein Wort. Musterte ihn fragend, mit einer schwachen Unsicherheit im Blick, doch dann zauberte sich ein kleines Lächeln auf ihr Gesicht und Constantin atmete hörbar auf. „Es tut mir leid.“, stotterte er, „Aber es ist so…“ „Schon gut.“, schwächte Lena ab, „Ist ja nichts passiert.“ Sie schnappte den Plan und schob ihn beiseite, dann stand sie auf, holte zwei Tassen, manövrierte mit einer Hand die Briefe und Zeitungen zur Seite und verschwand erneut in der Küche. Mit der Kanne zwischen Arm und Oberkörper eingeklemmt trug sie ein Tablett herein und setzte sich wieder zu ihm. „Essen ist immer eine gute Idee.“, meinte Constantin leise und betrachtete sie abwartend. Gott wie konnte er nur so ein Idiot sein! Einer fremden Frau einfach so übers Gesicht zu streichen. Noch dazu einer so hübschen. Ein Wunder, dass sie ihn nicht gleich rausgeworfen hatte. „Es tut mir ehrlich leid. Kommt nicht wieder vor.“, versuchte er es noch einmal und Lena nickte stumm, „Ich tue so etwas normalerweise nicht.“ Lena aber grinste. „Ich auch nicht!“, kicherte sie und die Beule an ihrer Stirn trat noch weiter hervor, „Aber es war keine schlechte Entscheidung, bis jetzt.“ Constantin widmete sich dem Pannini auf seinem Teller.


20.1neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ines Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 01.06.2008 14:04:38 geändert: 05.06.2008 20:07:33

Sie waren die Hölle, einfach die Hölle. Kreischend stürmte sie an ihm vorbei und zeigten sich die neuesten modischen Auswüchse ihrer ureigensten pubertären Phasen. Andere wiederum kauerten teilnahmslos am Flur, jeder mit seinem eigenen I-pod zugestöpselt, die grünen Haare wie ein Vorhang über dem Gesicht, eingezwängt in enge schwarze Röhrenjeans und wippten stereotyp mit dem hinten abrasierten Köpfchen auf und ab. Manchmal hob einer die Hand um ein weiteres Mitglied der Truppe zu begrüßen, doch das war schon der Gipfel der nonverbalen jugendlichen Interaktion, mehr konnte man nicht erwarten. Missmutig bog er um die Ecke. Zwei kleine Mädchen mit ähnlich geflochtenen Zöpfen und bunter Schultasche kamen an ihm vorbei. „Das ist der Brenner!“, flüsterte die eine aufgeregt, „Der soll urcool sein.“ Die andere nickte schweigend, doch entging ihm nicht der ehrfürchtig anhimmelnde Blick der ihm aus ihrem sommersprossigen Gesicht folgte. Florians Augen wanderten unter den Lidrand, als ihm plötzlich eine Hand auf die Schulter knallte. „He, Brennaa, altes Haus! Was geht?“, dröhnte es in seinem Ohr und Florian überlegte ernsthaft einen Moment ob er den Oberpädagogen hervorkramen und damit den distanzlosen 15 jährigen zur Räson bringen sollte. Doch es war erst viertel vor acht und er hatte noch keinen Kaffee gehabt. Die Pädagogik würde warten müssen bis das Koffein seine Wirkung entfaltet hatte, also so zirka bis 11 Uhr. Er räusperte sich wenige Schritte später und die Traube vor dem Konferenzzimmer lichtete sich. Den Blick immer noch auf den abgetretenen Fliesenboden gerichtet, schritt er an grünen Highheels, alten abgewetzten Sandalen, sauber gepflegten Birkenstocks und knallbunten Converse vorbei. „Das ist die Wiege der Gesellschaft von morgen…“, dachte er, doch der wahre Schock sollte erst kommen. Die Tür war noch nicht wieder ins Schloss gefallen, da empfing ihn auch schon das was er die nächsten Wochen wieder zu ertragen hatte.


20.2neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ines Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 05.06.2008 19:33:04

"Geben wir das letzte Kapitel vom Juni gleich der 8G zur Überprüfung? Als guten Einstieg so zu sagen.", flötete eine über einen Stapel Bücher und Zeitschriften gebeugte Kollegin, mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen und der hagere Mitfünfziger im weißen Arbeitsmantel nickte abwesend. Drei weitere Kolleginnen standen kichernd in der Ecke und musterten mit eindeutig zweideutigen Blicken den Helden des Konferenzzimmers - JOE! der mit gekonntem Griff seine Frisur in Schuss brachte. Florians Augen wanderten kurz unter seine Lider, dann senkte er wieder den Blick und schlich zu seinem, vom vorigen Semester immer noch mit Papieren und Mappen überfüllten, Tisch und erntete postwendend ein abfälliges "Tztzt." vom Schulpedanten Nummer 1 - Dr. Karl Fritz, dem Chemikus des Schule. Flori hatte jetzt schon Kopfschmerzen und ließ sich lustlos in seinen Sessel fallen. Sofort spürte er den warmen Luftzug des knarrenden Kopierers hinter sich und irgendjemand hatte schon wieder eine Pflanze neben ihm auf dem Fensterbrett platziert. Florians Kopf sackte vor und wurde nur von seinen Händen gebremst. "Ich will wieder heim!", jammert er leise, "Ich will doch bloß wieder heim!" Doch das konnte er nicht. Aber wie um alles in der Welt sollte er das hier ertragen? "Kaffee!", schoss es ihm durch den Kopf und er drehte sich um. So unbequem sein Platz auch immer war, so barg er doch einen entscheidenden Vorteil - die Kaffeemaschine stand direkt hinter ihm. Er brauchte sich nicht einmal zu erheben. Mit neuer Kraft erfüllt richtete sich Florian auf und schnappte sich die erstbeste Tasse und stellte sie unter den billigen Espressoautomaten. Das mahlende und brodelnde Geräusch, das leise Klappern des Keramikgefäßes auf der metallenen Abtropftasse war eine Wohltat, wäre das nicht plötzlich diese unangenehm schrille Stimme in sein Ohr gedrungen. "Das ist meine Tasse Herr Kollege.", schmerzte sie und Florian gab auf. Dieser Tag würde nicht mehr zu retten sein, das war ein Faktum.


20.3neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ines Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 05.06.2008 19:53:19 geändert: 05.06.2008 19:54:10

Es war erst 8 Uhr 25 und Florian sah zum dritten Mal auf die Uhr. Die Zeiger bewegten sich heute einfach nicht und dann auch noch der über den Gang gerufene Kommentar des Rektors über die Lehrfächerverteilung, der mit einem simplen "Geschichte 5c Herr Kollege - das müsste zu schaffen sein!", das Fass beinahe zum Überlaufen gebracht hätte. Es war eine Katastrophe. Nicht dass ihn Geschichte nicht interessiert hätte, aber Interesse und Unterricht waren doch immer noch zwei Paar Schuhe. Der Zeiger der Uhr sprang lautstark weiter und holte Florian wieder in die Klasse zurück.
Der Typ mit dem grünen Vorhang im Gesicht, den man allgemein Frisur nannte, saß direkt vor ihm und kaute gelangweilt seinen Stift vom Ende bis zur Spitze entlang, während der andere der an der Tafel sichtlich schwitzte ihm flehentliche Blicke zuwarf. Die letzte Reihe starrte gemeinschaftlich schweigend aus dem Fenster und die Damen in Reihe zwei überprüften ihre hormongeschüttelten Hautpartien in einem Minischminkspiegel, während die Türreihe geschlossen die neuesten Poster begutachteten. Einzig Daniel wachelte aufgeregt mit seiner Hand in der Luft und rief euphorisch, "Ich! Ich! Ich weiß es!" und nach einem kurzen Zögern deutete Florian ihm, er solle das Beispiel übernehmen. Endlich begannen die Stifte am Papier zu kratzten, während Daniel an der Tafel eifrig erklärte und sein Vorgänger geknickt in die letzte Reihe zurück schlurfte. Tick! Der Zeiger sprang um. "Einmal noch!", dachte Florian und starrte gebannt auf die Uhr. 8 Uhr 35. Tick! Endlich! - es läutete und alle erwachten, einschließlich ihm. Florian stand auf und verließ schweigend den Raum. "So geht das nicht, so geht das einfach nicht.", dachte er. So machte Unterricht keinen Spaß. Weder ihm, noch sonst irgendwem. Irgendetwas würde ihm einfallen müssen. Mit energischem Schritt eilte er über den Gang, die Treppen hinab, zurück ins Lehrerzimmer. Diesmal würde er seinen Kaffee trinken. Egal aus wessen Tasse.


20.4neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ines Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 05.06.2008 20:06:44 geändert: 06.06.2008 19:59:12

"Als Quellen der Geschichte kann man im Allgemeinen folgende nennen. Bildquellen,...", ein lautes Gähnen unterbrach Florians Vortrag und er stutzte. Es lief schon wieder falsch. Doch hier war es anders als in der 7A und plötzlich fühlte er sich niedergedrückt. Ihm entging nicht die sehnsuchtsvolle Erwartung in den Augen der Kleinen, während draußen der Wind die Blätter von den Bäumen fegte. Florian schluckte. Was tat er hier? Er nahm neugierigen Köpfchen mit seinem frustrierten, gelangweilten Vortrag das natürliche Interesse und das war doch genau das was er niemals hatte tun wollen. Er legte die Unterlagen aus der Hand. Nachdenklich überflog er die vielen Gesichter und fand alles darin wieder. Große Augen, Sommersprossen, hohe Wangenknochen, dicke Backen, Stupsnasen, die ersten Versuche mit Wimperntusche, alte Kratzer, und die letzten ungefüllten Zahnlücken. Ja, verdammt sie waren Frischlinge und ja, es war nicht sein Fach, aber das zählte hier nicht. Das waren seine eigenen Befindlichkeiten, nichts das den Kindern aufgehalst werden durfte, nichts das man ihnen zumuten durfte. Entschlossen schob er seine Mappe beiseite und setzte sich auf den Tisch. Die Hände unter seine baumelnden Beine geschoben betrachtete er den kunterbunten Haufen, hob seine Augenbrauen sodass sich seine Stirn in Falten warf. "Also gut.", begann er, "Was wollt ihr wissen?" Schweigen und unsicher Minen folgten. "Raus damit.", forderte er und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen als er den Jungen in der ersten Reihe bemerkte, der seinen Nachbarn anstieß und "Frag du ihn!" zischte. Eine Hand schoss in die Höhe und Florian nickte.
"Wie alt sind sie?"
"36."
"Sind sie verheiratet?", er schüttelte den Kopf.
„Nein, und du?", antwortete er und da lachten sie. Jedes Detail wollten sie wissen. Was er gerne isst, welche Filme er sieht, auch welches Auto er fährt. Und Florian erzählte alles. Von seinem ersten Film im Kino – Flashdance, von seinem ersten Auto – einem alten Mazda 323 und von seinem Bänderriss, den er sich zugezogen hatte als er mit 15 Jahren seine erste Freundin huckepack getragen hatte und samt ihr umgeknickt war. Sommersprossen begannen zu leuchten und Augen zu strahlen. Die Jungs erzählten von ihren Fußballspielen und die Mädchen von ihren ultracoolen Geburtstagspartys, solange bis keiner mehr an Geschichtsunterricht dachte. Endlich war es so wie er sich das vorgestellt hatte. Tick! Der Zeiger sprang um und Florian starrte gebannt auf die riesige weiße Uhr - 9 Uhr 45. „Und morgen ist das schon Geschichte, eigentlich ist es das jetzt schon.“, endete er, „So wie das woran ihr euch eben erinnert habt.“ Langsam schob er seine Sachen zusammen und stand auf. Es läutete. „Und alles womit ihr eure Erlebnisse unterlegen könnt, sind Quellen. Also viel gelernt heute, oder?“ Die Meute nickte und Florian verließ das Klassenzimmer. Das unangenehme Ziehen in seinem Nacken hatte aufgehört.


20.5neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: siebengscheit Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 06.08.2008 15:03:22 geändert: 06.08.2008 18:48:49

20.5.
Irgendwann war er überstanden – der erste Schultag. Das Schlimme war nur, er musste morgen wieder hin. Florian Mund verzog sich zu einem hämischen Grinsen, nicht nur morgen, sondern vielleicht sogar die nächsten 30 Jahre – unterbrochen nur von den Ferien – jahrein, jahraus im gleichen Rhythmus.
„Tschüß, Herr Brenner!“ Zwei kleine, ihm bisher noch unbekannte Mädchen riefen ihm diesen Gruß zu und winkten kichernd.

Florian freute sich auf einen ruhigen Nachmittag in seiner Wohnung, um Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln. Die Zeit bis zu den Herbstferien war noch lang genug und wenn weiterhin so viele andere Dinge ihn von der Arbeit ablenken würden, käme eine stressige Zeit auf ihn zu.
Wie schön wäre es, jetzt einen Partner zu haben, dem er die Erlebnisse des ersten Schultages berichten könnte – einfach nur loswerden....

Er überlegte, ob er Gerdi anrufen sollte, verwarf den Gedanken aber schnell, da dann der ganze Tag gelaufen wäre.
Seine Mutter? Sie würde ihn in ihren perfekt organisierten Tagesablauf nicht einplanen können und ihre Worte konnte er jetzt schon hören: ‚Du hast das so gewollt!’

Florian war so mit seinen Gedanken beschäftigt, dass er nicht bemerkte wie zwei kleine Mädchen ihm in gewissem Abstand folgten, immer darauf bedacht, dass er sie nicht bemerken sollte.


20.6neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: oblong Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 06.08.2008 18:37:11 geändert: 07.08.2008 21:22:42

Diese beiden „Frischlinge“ waren natürlich Stella und Mira, die bereits bei der Aktion „Vati zurück“ ihre Phantasie unter Beweis stellen konnten. Ihr erster Schultag in der 5.Klasse hatte sie offensichtlich nicht überfordert, denn ihr neuer Klassenlehrer, Herr Kawuttke, hatte sich vor allem darauf beschränkt, den Kindern den ersten Tag zu versüßen, sie nicht zu sehr mit Verwaltungskram zu belasten und vor allem das Eingewöhnungsprogramm für die 28 Neulinge seiner 5c in aller Ruhe zu zelebrieren: Rundgang durch die Schule mit Sehenswürdigkeiten wie Bibliothek, Lehrerzimmer (von außen) und Sekretariat (von innen); anschließend einmal hineinriechen in die Turnhalle (Mief!), in das Schülercafe' (stinkt nach Zigarettenrauch, obwohl verboten) und Schülerklos (unbeschreiblich). Zurück im Klassenzimmer, folgten die Kennenlernspielchen, die sie schon von der Grundschule her kannten.
Die Aufregung um den Schulwechsel konnte sie zumindest kurzfristig ein wenig ablenken.
Nach dem eher kläglichen Scheitern ihrer „Vati-Rückholaktion“ waren sie durch den Film „Wer früher stirbt, ist länger tot“ auf eine neue Alternative gekommen.
Lena hatte sich durch den 12jährigen Hauptdarsteller dazu bringen lassen, zusammen mit den beiden Spontankreativen die entsprechende DVD auszuleihen und ins Salzstangen mampfen-Füße hochlegen-Fernsehabendprogramm zu übernehmen; doch spätestens nach der nur mit Untertiteln verständlichen Anfangssequenz hatte sie diesen Schritt bald bereut – sie hätte schon Lunte riechen müssen durch den bayrischen Filmpreis!
Gegen Lenas Erwartung aber hatten sich Stella und Mira den komisch-tragischen Film bis zum Schluss angeschaut.
Sie konnte ja nicht ahnen, dass die beiden Zuschauerinnen sich inspirieren ließen: Wenn der Sebastian im Film für seinen Vater eine neue Frau sucht – dann könnten sie beide doch für ihre Mutter einen neuen Mann suchen!
Nach dem Film waren sie mit einer knappen Verabschiedung ins Bett abgezogen und nach verdächtig knappen Waschungen tuschelnd und kichernd verschwunden. Kopfschüttelnd dachte sich Lena: „Wie schnell sich doch Kinder von Problemen befreien können!“
In den nächsten Tagen zeigte sich jedoch, dass es für Stella und Mira gar nicht so leicht war, einen passenden Ersatzpapi zu finden.
Bis sie an dem besagten Schultag durch die Bemerkungen zweier größerer Mädchen auf einen Lehrer aufmerksam wurden.


20.7.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: siebengscheit Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 07.08.2008 15:12:31

„Und du meinst wirklich, dass der Herr Brenner der richtige Mann für Mama ist?“, mit zwei großen Fragezeichen in den Augen blickte Stella, die stehen geblieben war, ihre Schwester an. Mira drehte sich zu Stella um und grinste „na klar - Mensch, stell’ dir vor, einen Lehrer zu Hause, das heißt wir haben nie mehr Probleme mit den Hausaufgaben, der muss doch alles wissen...“ Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete Mira, dass der Abstand zwischen Florian Brenner und ihnen durch ihr Stehenbleiben immer größer wurde. „Komm!“, Mira nahm Stellas Arm, „wir müssen erst einmal herausbekommen, wo der überhaupt wohnt und wenn du jetzt nicht mitkommst, dann ist er gleich irgendwo verschwunden und nichts ist....!“
Stella schüttelte Miras Hand ab, „ist ja gut - aber nicht, dass er uns schon bemerkt hat!“ Ihr war die Aktion ihrer Schwester mal wieder nicht ganz geheuer.
„Dann geh’ doch nach Hause! Das schaffe ich auch allein!“ Mira lief zwei Schritte vor, ihre Augen verfolgten Florians schnelle Schritte. „Du bist eine Memme!“ Stella schossen die Tränen in die Augen. „Nein, bin ich nicht!“ „Bist du wohl!“ „Nein!“ „Doch!“

Während sich die beiden Schwestern stritten, verschwand Florian um die nächste Straßenecke.



20.08.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: siebengscheit Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 09.08.2008 14:29:40 geändert: 09.08.2008 14:35:34

Abrupt blieb Florian stehen. Er hatte die Schule ohne seine Tasche verlassen. ‚Der erste Schultag und ich bin schon wieder völlig durch den Wind,’ schimpfte er mit sich selbst. Nach kurzer Überlegung entschied sich Florian, doch noch einmal umzukehren und die Tasche zu holen. Völlig auf sich selbst konzentriert und ohne die anderen Passanten auf der Straße wirklich wahrzunehmen, drehte sich Florian um und setzte seinen Weg nun wieder in Richtung der Schule fort. An der Straßenecke registrierte er zwei kleine, laut streitende Mädchen. ‚Waren die beiden ihm nicht vorhin schon einmal aufgefallen?’ Florian war sich sicher, die beiden schon einmal irgendwo gesehen zu haben. ‚Klar, 5. Klasse!’, aber die Namen wusste er nicht. ‚Sollte er sich in den Streit einmischen?’ Florian blieb stehen und beobachtete die beiden Schülerinnen. Mira und Stella hatten ihren Streit noch nicht beigelegt. Sie merkten nicht, dass sie beobachtet wurden.

„Still – sei leise!“, Mira knuffte ihre Schwester in die Seite. Jetzt hatte sie Florian entdeckt und wahrgenommen, dass er sie beobachtete.
„Hallo Herr Brenner!“, rief sie keck in Florians Richtung. „Gehen Sie auch nach Hause?“
Stella senkte schüchtern ihren Kopf.
„Wir könnten Sie ja begleiten! – Wir müssen auch in diese Richtung!“ Mira ließ Florian keine Chance auf eine Antwort.
‚Das hat mir gerade noch gefehlt – zwei aufdringliche 5. Klässlerinnen, sie würden ihn mit Fragen löchern und morgen wäre er das Tagesthema in den Hofpausen!’ Florian überlegte sich eine wasserfeste Ausrede.
„Ich muss noch einmal in die Schule!“ Florian verkniff sich die weitere Erklärung, da er sonst sofort für die Schüler als ‚vergesslich’ gelten würde.
„Dann können wir ja hier auf sie warten!“, Mira gab nicht auf.
„Ein anderes Mal vielleicht!“ Florian wollte schon weitergehen. „Morgen! – wir haben bis zur 5. Stunde, Sie bestimmt auch! Dann bis morgen! Tschüß, Herr Brenner!“

Stella hatte die ganze Zeit stumm neben Mira gestanden und staunend deren Unterhaltung mit Florian Brenner gelauscht. Mira traute sich aber auch einfach alles!

„Komm’ Stella, lass uns nach Hause gehen! Morgen können wir herausbekommen, wo Herr Brenner wohnt!“, Mira zog ihre Schwester am Ärmel, „morgen klappt das schon!“

Während beide Mädchen ihren Heimweg fortsetzten, lief Florian schnellen Schrittes zur Schule zurück.
Die beiden Mädchen hatte er schon wieder aus seinen Gedanken verbannt.
Am Schultor traf er auf den Hausmeister der Schule, der sich ihm in den Weg stellte.
„Na, wat vajessen? Wat man nich in de Beene hat, hat man im Kopp – oder so! Aber ordentlich die Füße abputzen, et iss schon jeputzt!“ „Klaro!“, entgegnete Florian kurz und ging schnell am Hausmeister vorbei. ‚Nur nicht auf Diskussionen einlassen, sonst ist der Nachmittag gelaufen!’ Florian verschwand im Schulhaus.

Aus dem Lehrerzimmer konnte er noch Stimmen hören. Eindeutig! Es war die Stimme seines Kollegen Joe und eine kichernde weibliche Stimme.
Auf Zehenspitzen ging Florian zur Tür des Lehrerzimmers, die einen spaltbreit geöffnet war.
Florian schaute durch den Spalt. Was er sah, ließ ihn erstaunen!


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