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Forum: "Kontrovers diskutiert - die Abschaffung der Förderschule"

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"Zwangsverordnete Inklusion"neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ishaa Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 10.11.2010 22:45:04 geändert: 10.11.2010 23:02:59

haben wir an den Hauptschulen ehrlich gesagt teilweise schon. Ich rede hier von NRW. Die Schulämter sind gehalten, den Anteil der Förderschüler möglichst gering zu halten. Und da wirklich nur noch die Schüler zu uns kommen, die nun gar nicht irgendwoanders hin können, sammeln sich bei uns halt die Kinder mit Teilleistungsstörungen, mit AD(H)S, mit mangelnden Deutschkenntnissen und mit zum Halbjahr der vierten Klasse aufgehobenem Förderbedarf . Hinzu kommen offizielle Förderschüler, die es an der Regelschule mal versuchen sollen. Und die pfercht man dann mit 30 Kindern in eine Klasse.

Inklusion müsste sofort umfassend zwangsverordnet werden, dann würde lösungsorientiertes arbeiten und die überwindung alter denkmuster (bezogen auf "wie schule immer schon gelaufen ist") ebenso zwangsläufig erfolgen. eben fördern durch fordern - auch auf lehrerInnenseite.
Leider, leider passiert etwas ganz anderes.
Ein Teil der Kollegen (zu denen ich mich zähle) arbeitet sich kaputt, um diesen Kindern gerecht zu werden. Andere KollegInnen haben mit solchen Klassen keine Probleme. Man lässt die Kinder was schreiben, was malen, zeigt ein paar Filmchen, setzt sie ein bisschen vor den Computer, sammelt nie was ein, verteilt passable Noten und rettet so seine Nerven und Gesundheit. Kurz gesagt: Einige geben einfach auf.

Ich habe Bedingungen, wie janne 60 sie beschreibt. Und ich kann euch versichern, wenn sie erst mal in der SekI sind, können sie auch die Tische schmeißen und nicht nur sich selbst unter dieselben. Ich halte mich nicht für ein Gewohnheitstier und versuche Schule eigentlich jeden Tag neu zu denken. Und - bekloppt wie ich bin - würde ich mich auch noch viel öfter in meiner Freizeit mit einzelnen SchülerInnen hinhocken, wenn ich nicht fast täglich Konferenzen, mehr oder weniger sinnvolle Zwangsfortbildungen, Gespräche mit Eltern, Jugendamt oder GU-Lehrern hätte.
Im Unterricht kann ich mich keinem einzelnen Kind länger als eine Sekunde zuwenden, ohne dass die ganze Unterrichtssituation zusammenbricht. Ich verfüge über ein großes Methodenrepertoire, aber in dieser Klasse stoße ich definitiv an meine Grenzen. Und leide selber täglich darunter, dass ich den Kindern nicht gerecht werde, in keinster Weise.
Viele Kinder in meiner Klasse können sich eigentlich nur konzentrieren, wenn sie alleine sitzen. Ganz viele möchten alleine sitzen, also gibt es das Bäumchen- wechsel-dich. Bei zur Zeit 29 Kindern in einem Klassenraum geht das nicht anders. Und wenn ich dann in dem Gutachten des GU-Schülers mit audiovisueller Wahrnehmungsstörung lese, was der eigentlich als dringende Voraussetzungen bräuchte, dann kann ich nur sagen: Schlechtere Voraussetzungen als bei uns kann er eigentlich gar nicht haben.

Manchmal möchte ich gerne ein Gewohnheitstier sein, das gar nicht weiß, dass es auch anders ginge.


inkusion vs. integrationneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: unverzagte Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 10.11.2010 22:59:03 geändert: 10.11.2010 23:21:22

hier bedarf es einer differenzierung, die sich aus der integrationsbewegung zum inklusionsvorhaben entwickelt hat, was nicht vermengt werden sollte:

im vergleich zu europäischen nachbarländern stehen wir hier in der brd mit unserem "förderschulbedürfnis" ziemlich einsam da. nicht nur die vielbeneideten lappen, auch die südeuropäer haben längst begriffen, dass unser verständnis von integration die sog. behinderung erst heraushebt. aus diesem bewusstsein wurde das bedürfnis nach inklusion geboren, welches eben defintiv nicht erwartungsvoll auf "das -zu-integrierende" schielt, sondern vielmehr die einmalige besonderheit eines jeden menschen erkennt und wertschätzt bzw. das anderssein normalisiert, anstatt es wie gelernt und gewohnt zu stigmatisieren.

in einer schule für alle sind offene und vor allem selbstständig gesteuerte lernformen eine absolute notwendigkeit. die dazu gehörige lernbegleitung ist und wird eine herausfordernde, spannende aufgabe. unsere gesellschaft ist doch auch keine künstlich homogene, wie sie offenbar im gestuften schulsystem erhofft wird. wollen wir schule weiterhin als eine form lebensfernes experiment gestalten?

fehlenden finanziellen mittel und miese bedingungen werden hier beklagt, viel bedenklicher erscheinen mir die vorbehalte zu sein, die ich teilweise zwischen den zeilen lese:

"ich kann das nich bzw es geht nur, wenn..."

selbstverständlich muss es bei bestimmten sus eine sonderpädagogische unterstützung geben, da wir für manche notwendigen lernumgebungen schlicht nicht ausgebildet sind und dass sowas faktisch mehr arbeit bedeutet, ist klar.

aber: die "sonderpädagogischen sus", die hier von einigen vorschreiberinnen geschildert werden, sind doch AUCH als bereicherung erfahren worden oder hab ich das missverstanden?

"besser scheitern" heißt die devise und scheinbar fehlende gelder lasse ich da nicht gelten, was nicht meinen soll, dass darum gekämpft werden muss.




..neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: sufrefape Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 10.11.2010 23:24:26

Wenn ich den Bericht von ishaa oben lese, dann packt mich die kalte Wut. Selbstverständlich kann unter solchen Voraussetzungen weder Integration noch Inklusion funktionieren. Ich fürchte, wir werden erst zu tiefgreifenden, funktionierenden Änderungen kommen, wenn die Kinderzahl in diesem Land so weit gesunken ist, dass wir tatsächlich unsere zukünftigen Rentenzahler als so wertvoll ansehen, dass wir jedem einzelnen die entsprechende Förderung, die er braucht, zukommen lassen und standardisierte Bildungsvorgaben endlich eingestampft werden. Darin liegt meines Erachtens das Grundübel, dass ungeachtet der Voraussetzungen jedes Kind in einem bestimmten Alter genau das selbe lernen muss, soll, wie sein Mitschüler.


@sufretapeneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ishaa Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 10.11.2010 23:48:17

Dass sie das gleiche lernen sollen, wäre für mich ja noch halbwegs okay. Aber sie sollen es auf die gleiche Art und Weise und in der gleichen Zeit lernen!
Bei schriftlichen Aufgaben im Unterricht sieht das bei mir immer so aus: Während zwei, drei noch Füller, Heft und Hirn suchen, schreien einige andere schon: "Ich bin fertig, was soll ich tun?"
Und natürlich gibt es Zusatzaufgaben und leichtere Aufgaben für die ganz schwachen. Aber die Schnelleren möchten gewürdigt werden und die Zusatzaufgaben erklärt bekommen, die Langsamen brauchen regelmäßigen Antrieb und Zuspruch und dreimaliges Erklären. Und natürlich gibt es auch noch die, die schreien "So 'nen Scheiß mach ich nicht", oder die möchten, dass ich mich jetzt ausführlich darum kümmere, dass der Nachbar sie mit dem Zirkel gepickst hat.
Die Situation ist entwürdigend für die Kinder. Und eigentlich reagieren die angemessen, die mitten im Unterricht in Tränen ausbrechen, weil sie plötzlich so Bauchweh haben. Nach zwei Stunden weiß ich nicht mehr, wie ich heiße...


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von: palim Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 11.11.2010 18:36:00

Ich bin traurig (vielleicht weil ich mir gerade nicht aufregen möchte) darüber,
dass einige Lehrerinnen hier dargestellt werden, als WOLLTEN sie die Integration nicht und würden nur Vorbehalte suchen oder vorgeben.

Gerade die, die von unhaltbaren Zuständen berichten, sind doch diejenigen, die sich täglich bemühen ihre SchülerInnen bestmöglich zu fordern und zu fördern,
die jeden einzelnen in seinen Stärken und Schwächen wahrnehmen,
die jedes Kind annehmen und sich am liebsten um jedes Kind bestmöglich kümmern möchten,
die diagnostizieren, differenzieren, modellieren, Tipps und Kniffe einsetzen, Gespräche führen, Verträge formulieren, evaluieren,
dabei aber jeden Tag wieder an ihre Grenzen stoßen,
weil die Zeit und die Kraft nicht reichen, 30 Kinder in der Brennpunktschule oder Hauptschule gleichzeitig, alleine und ohne jegliche therapeutische Hilfe zu beschulen, wie viel Mühe, Methoden und Aufwand sie sich auch immer machen.

Findet ihr das nicht unfair?

Palim


@palimneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ishaa Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 11.11.2010 20:42:15

Ja!


@palimneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: sufrefape Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 11.11.2010 20:55:29

Ich bin traurig (vielleicht weil ich mir gerade nicht aufregen möchte) darüber,
dass einige Lehrerinnen hier dargestellt werden, als WOLLTEN sie die Integration nicht und würden nur Vorbehalte suchen oder vorgeben.


Ich bin mir nicht sicher, wo die Betonung des Satzes liegt, ´hier` im Forum findet man solche LehrerInnen sicherlich nicht. Aber ich bin überzeugt davon, dass es mehr als ´einige´ KollegInnen hier in diesem Land gibt, die diese Veränderungen strikt ablehnen. Wie steht eigentlich der Philologenverband zu dem Thema?


@palimneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: sfstoeckchen Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 11.11.2010 21:29:04

Findet ihr das nicht unfair?

Nicht nur das, so wird Inklusion nicht gelingen können!


ein paar späte antwortenneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: sopaed Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 12.11.2010 17:17:41

auf die frage, wie phantasie und mut für mich in konkreten fällen
aussieht:

dann mache ich mutig öffentlich, dass ich mit der situation
überfordert bin und klage öffentlich unterstützung ein.
dann öffne ich mutig meine klassentür und bitte meine
kollegInnen, chefs, eltern herein, um sich ein bild zu machen.
dann lasse ich meine mir anvertrauten menschen mutig mehr
raum, als das zu kleine, falsch gebaute klassenräumchen.
dann bitte ich mutig darum, dass alle zusammen lösungen
überlegen und phantasieren, anstatt weiterhin einzelkämpferisch
in überforderungsgefühlen zu erstarren.
dann setze ich mich mutig über das angebliche edikt hinweg,
dass ich dafür verantwortlich bin, dass alle dasselbe zur gleichen
zeit von mir zu lernen hätten.
dann gestehe ich mir mutig ein, dass ich im einzelfall nicht nur
das optimale nicht erreichen, sondern gar scheitern kann.

nur ein paar m e i n e r gedanken.

mfg
sopaed

ps
integration und inklusion sind zwei verschiedene paar schuhe.
und: ein scheitern erfolgt zuerst in den köpfen, dann im
handeln.


Integration versus Inklusionneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: silberfleck Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 12.11.2010 18:33:25

Wenn ich die vielen Definitionsversuche im Internet sehe, verstehen viele unter Integration und Inklusion ein und denselben Tatbestand.
Andere sehen, dass Inklusion über eine Integration hinausgeht, aber das es zwei total unterschiedliche Schuhe sind, sehe ich nicht.


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