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Forum: "Geschichte zum Weiterschreiben - Teil 3"

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32.4neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: keinelehrerin Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 10.09.2006 15:53:25 geändert: 11.09.2006 13:06:24

fiel sein Blick auf die Anzeige "Hochzeiter - wie annodazumals ". Das war genau was er suchte, nicht diesen neumodischen 'Wedding-Planer' oder 'Hochzeitsplaner', sondern einen gestandenen Mann, der an seiner Stelle um Hildegundes Hand anhielt.

Der Hochzeiter bekam Namen, Adresse, ein Foto und einige relevante Eckdaten aus Hildegundes Leben übermittelt. Ein Datum wurde ausgemacht, wann die beiden Männer nach Koblenz fahren wollten.

Robert war beileibe kein Jungspunt und hatte schon manche Klippe in seinem Leben mannhaft umschippert, aber bei jedem Meter, den sie Hildegundes Wohnung näher kamen, wurde der Kloß in seinem Magen größer. 'Wenn sie nun nein sagen würde?', 'Gab es Liebe jenseits der 50 noch?', 'Konnten sie sich noch zusammenraufen?' diese und ähnliche Fragen schossen ihm durch den Sinn.

Vorgestern hatte er bei Hildegunde angerufen und sich für heute nachmittag eingeladen. Auf ihre Fragen, ob es einen bestimmten Anlass für den Besuch gäbe, hatte er so ausweichend gestammelt, dass Hildegundes Neugier arg angestachelt war.

Zum fünftenmal rückte Robert an dem Knoten seiner Krawatte. Gott, so eng war der Kragen beim letzten Tragen nicht gewesen! Auch eine plötzliche Heiserkeit schien ihn befallen zu haben; er musste sich dreimal räuspern, ehe er dem Hochzeiter die Frage beantworten konne, ob hier die richtige Adresse sei.
Du lieber Himmel, das zweite Staatsexamen war ein Klacks dagegen gewesen!!


32.5neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ines Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 10.09.2006 16:00:56 geändert: 10.09.2006 16:34:40

Eine Waffe, er sah die Pistolenmündung aus dem Beichtstuhl herausragen. Schreien wollte er, doch kein Laut kam über seine zitternden Lippen. Hilflos deutete er in Richtung der blassvioletten Vorhänge des hölzernen Verbaus, er gestikulierte wild doch niemand reagierte. Sein Atem ging hektisch, ihm wurde schwindlig, ein lauter Knall war zu hören, die Stimme Papst Benedikts neben ihm erstarb,dann schlug Gregor hart auf dem Kirchenboden auf. Die Lider fest aneinandergepresst hoffte er auf die eintretende Ohnmacht, doch sie kam nicht. Stattdessen macht sich ein pochender Schmerz auf seinem Hinterkopf breit. Vorsichtig tastete er nach der schmerzenden Stelle, dann erst merkte er die ungewöhnliche Stille um ihn. Er war alleine, waren die anderen geflüchtet, war er tot? Nein, das konnte nicht sein.
Vorsichtig öffnete Gregor seine Augen und blinzelte in das fahle Licht der Weglaterne vor seinem Fenster.
"Wo bin...Was?", verwirrt blickte er sich um. Neben ihn ragten zwei dicke Holzbeine hoch, seine Nase lag direkt an der ledernen Sohle seiner nicht sonderlich frisch riechenden Sandalen und unter seinem dünnen Hemd spürte er die kratzigen Fasern eines Teppichs.
Er drehte er sich auf den Rücken und rappelte sich mühsam hoch. In seiner Hand spürte er den leichten Druck weichen Stoffes und als er seinen Arm entlangblickte, merkte er, dass er seine Socken in der rechten Hand hielt.Rasch schleuderte er sie weg und ließ sich erschöpt in sein Bett fallen.
"Das stehe ich nicht durch.", raunzte er, "Gott gib mir Kraft oder schick deinen obersten Botschafter nach Thaiti auf Urlaub, damit ich wieder schlafen kann".Der Morgen dämmerte schon und Gregor erhob sich. Er öffnete das Fenster und ließ die kühle Morgenluft einströmen.
"Das ist jetz schon das vierte Mal!", kopfschüttelnd machte er sich auf den Weg ins Refektorium, "Ich bin über 50 und falle aus dem Bett, das gibts doch nicht!"
Bruder Benno hatte schon zeitig das Frühstück hergerichtet und war dann wieder in die Küche verschwunden. Manche Seminarteilnehmer liebten das ruhige frühe Mahl und auch einige seiner Mitbrüder waren Frühaufsteher. Doch heute war Gregor alleine und darüber sehr froh.Der Duft frischen Kaffees stieg dem Abt in die Nase und er holte sich eine knusprige Semmel, Butter und Pater Raphaels Marillenmarmelade. Noch immer verschlafen und verspannt langte er nach dem Zeitungsstapel auf dem kleinen Beistelltisch in der Ecke und griff nach den ersten Zeitschriften. "Die Weite Welt", des Missionshauses St.Gabriel blätterte er interessiert durch und als er sie beiseite legte hüpfte ihm als nächstes die Schlagzeile einer kleinformatigen Tageszeitung in seine müden Augen.
"5000 Polizisten bewachen den Papst in München"
prangte dort in dicken schwarzen Lettern auf dem Titelblatt der Kronen Zeitung. Gregor stöhnte auf und seufzte erneut: "Lieber Vater im Himmel, überleg dir das mit Thaiti nochmal. Eine wirklich schöne Insel, sehr empfehlenswert!"


32 - 6.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: aloevera Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 12.09.2006 09:46:45

„Ich bin ein absoluter Volltrottel“, entfuhr es Robert plötzlich. „Wie bitte?“ fragend schaute ihn der Hochzeiter an. „Das geht so nicht. Das klappt nicht. Meine Bekannte ist eine Frau, die sich auf einen solchen Überfall nicht einlassen wird. Dass ich sie heiraten möchte, ahnt sie nicht und wenn wir jetzt mit der Tür ins Haus fallen, sagt sie nein.“ „Und was machen wir jetzt?“ fragte der Hochzeiter mit einem etwas ärgerlichen Unterton in der Stimme.
„Entweder, Sie machen sich auf meine Kosten einen netten Nachmittag in Koblenz und wir fahren heute abend gemeinsam zurück oder ich stelle Sie als einen alten Bekannten vor und wir tasten uns gemeinsam vor, ohne die Katze aus dem Sack zu lassen.“
Die zweite Variante gefiel dem Hochzeiter wesentlich besser, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Schließlich hatte er sich eine gute Einnahme und einen konkreten Auftrag versprochen , als Robert Hegebrecht ihn angerufen hatte. „Gut, dann lassen Sie uns gedankliche Brüderschaft trinken. Ich heiße Paul.“ „Robert“, antwortete Robert, sichtlich erleichtert.
Seine Torschlusspanik hatte sich ein wenig gelegt. Er straffte die Schultern, parkte das Auto ein und nickte Paul aufmunternd zu.
Hildegunde staunte nicht schlecht, als Robert mit einem Bekannten vor der Tür stand. Neugierig wie sie war, fragte sie beim Kaffeetrinken ohne Umschweife, was Robert ihr denn so Wichtiges mitzuteilen habe. Wie gut, dass er ihr noch nichts von Charlottes Umzug gesagt hatte. Charlotte – schoss es ihm durch den Kopf. Hätte er Hildegunde heute einen Heiratsantrag gemacht, ohne Charlotte vorher über seine Absichten zu informieren, hätte das womöglich ein mittelschweres Erdbeben mit irreparablen Zerstörungen in der Vater – Tochter – Beziehung ausgelöst. Was war nur in ihn gefahren, dachte Robert. Er hatte sich wie ein pubertierender Teenager verhalten. Oder sollte er mitten in seinen männlichen Wechseljahren sein?




32 - 7.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: aloevera Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 13.09.2006 09:58:12

Hildegundes Interesse an Pauls Beruf war nicht zu leugnen. Allerdings musste Robert enttäuscht feststellen, dass sie den Wink mit dem Zaunpfahl nicht erkannt hatte. Er gestand sich ein, dass er noch einen steilen Weg vor sich hatte, bevor er Hildegunde bitten konnte, seine Frau zu werden.
Er ahnte allerdings nicht, wie es in Hildegundes Innerem aussah. Ihre Gedanken überschlugen sich. Robert hatte ihr viel von Freunden und Bekannten erzählt, einige hatte sie auch bereits kennen gelernt, aber dieser Paul war ein absolut Unbekannter für sie. Wieso tauchte Robert mit einem Hochzeiter bei ihr auf? Charlotte hatte zur Zeit keinen festen Freund, ihr Sohn Hans-Rüdiger lebte in Scheidung, Marion war ihre Noch-Schwiegertochter und wenn sie diesen Max einmal heiraten sollte, hatten Robert und Hildegunde damit nichts zu tun. Robert hatte doch wohl nicht die Absicht….. nein, ausgeschlossen, diesen Gedanken wollte sie gar nicht erst zu Ende denken. Ihr entging nicht, dass Robert heute sehr ruhig und angespannt war, was war los mit ihm? Selbst, wenn sie irgendwann einmal zu ihm ziehen sollte, den Gedanken an Heirat hatte sie noch gar nicht in Erwägung gezogen. Ihre inneren Antennen waren sensibilisiert und registrierten nachhaltig jedes Wort von Robert.
Abends, als Robert und Paul längst wieder unterwegs in Richtung Münster waren, saß sie noch lange nachdenklich mit einer Flasche Rotwein auf ihrem geraniengeschmückten Balkon und machte sich ernsthafte Gedanken um ihre Zukunft mit Robert.


32 - 8.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: aloevera Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 14.09.2006 09:33:28 geändert: 14.09.2006 09:45:18

Abt Gregors Bitten, der Papst möge kurzfristig seine Urlaubspläne ändern und ein anderes Ziel ins Auge fassen, stießen wohl auf taube göttliche Ohren. Fasziniert einerseits und mit Schweißperlen auf der Stirn andererseits verfolgte Gregor tagelang die Berichterstattung im Fernsehen über den Besuch des Heiligen Vaters in Bayern. Obwohl er mehrmals mit dem päpstlichen Sekretär telefoniert hatte, der den Aufenthalt des Papstes als eine rein private Auszeit nach den Anstrengungen des Deutschlandbesuches betonte, befürchtete Gregor weiterhin einen Ausnahmezustand auf die Abtei zukommen.
In weiteren nächtlichen Träumen fand er sich inmitten einer Schar Reporter wieder, die rückhaltlos die Pforte der Abtei bestürmte, ihn dabei fast umrannte und gegen die er einsam und allein trotz seiner Funktion als Abt nichts ausrichten konnte. Schweißgebadet schreckte er jedesmal hoch und fand keinen Schlaf mehr, obwohl er ja wusste, dass genügend Sicherheitspersonal mit anreisen würde. Sollten die sich doch mit den Vertretern der Medien auseinandersetzen. Trotzdem wünschte er sich für die nächsten Tage in eine Zeit mit mitteralterlichen Festungsanlagen rund um das Kloster zurück. Die Mitbrüder sahen dagegen dem Besuch des Heiligen Vaters wesentlich gelassener entgegen. Alle Vorbereitungen waren abgeschlossen. Unter einem wolkenlosen tiefblauen Septemberhimmel erstrahlte die Abtei Fiecht und wartete einladend auf den Besuch des Papstes.


32.9neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ines Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 16.09.2006 13:29:57 geändert: 16.09.2006 13:33:36

Die Glocke an der unteren Pforte schrillte eindringlich und Gregor rappelte sich auf. Ein rascher Blick auf die geschwungenen Zeiger der Pendeluhr; es war 2Uhr nachts. Schlaftrunken schlüpfte er in seine Pantoffel und schlurfte langsam den Gang entlang. Erneut schrillte der Gong auf. "Ja, Ja ich komm ja schon!", murmelte Gregor und ärgerlich dachte er, "Wer um Himmels Willen läutet um 2 Uhr Früh in einer Abtei?"
Pater Engelmar gesellte sich zu ihm, den dicken Schlüsselbund in Händen. Blind tapsten die beiden über den gepflasterten Weg durch den Innenhof zum großen Eingangstor. Der erstaunte Blick seines Mitbruders ließ Gregor wissen, dass sich dieser ebenfalls aufs Äußerste über die nächtliche Läutattacke wunderte.Engelmar steckte den schweren Eisenschlüssel ins Schlüsselloch und ließ ihn knarrend herumdrehen. Ein lauter Knacks und dann das gewohnte Ächzen des alten Holzes, schließlich sprang die Türe auf.
Ein schwarzer Mercedes ohne Scheinwerfer hatte angehalten und ein dunkel gekleideter Mann war ausgestiegen. Gregor konnte kaum etwas erkennen, so dunkel war es um ihn. Der Pförtner hatte seine kleine Laterne hochgehoben und nun schummerte Gregor die helle kahle Stelle auf Pater Engelmars Glatze entgegen. Der Fremde vor ihnen schaute sich nervös um, dann öffnete er die hintere Wagentüre.

Und da stand er vor ihnen, mitten des Nächtens vor dem wuchtigen Tor seiner Abtei. Strahlend weiß, selbst das dichte Haar glänzte in der Dunkelheit, streckte er seinen geraden Rücken und seufzte leise. "Diese langen Autofahrten sind nichts mehr für meinen alten Rücken!", meinte er ruhig, dann trat er einen Schritt nach vorne und streckte Gregor seine Hand entgegen.
Der Abt ging in die Knie und setzte zu einem Ringkuss an, als er plötzlich eine Hand an seinen Schultern spürte. "Nicht doch Abt Gregor. Hier sind unter uns. Und vor Gottes Augen brauchen wir solch zeremonielle Handlungen nicht." Gregor erhob sich und blickte in das freundliche Gesicht eines alten Mannes, dessen Augen wie die eines kleinen Buben strahlten. Langsam fasste er sich wieder, dann reichte er dem Papst seine Hand und dieser ergriff sie freudig. "Willkommen zu so ungewöhnlicher Stund." sagte Gregor und Papst Benedikt verstand. "Ich weiß," und mit einem Blick auf den stämmigen dunklen Italiener hinter ihm fuhr er fort, "aber es war ihm nicht auszureden!"
Engelmar reihte sich hinter den beiden ein und folgte ihnen in die Abtei.
"Schön, wunderschön habt ihr es hier!", bemerkte der hohe Gast, "Dem flinken Pförtner sei Dank, konnte ich aus dem engen Auto endlich heraus!"
Engelmar wuchs um einen stolzen halben Meter und Gregor lächelte befreit. So unkompliziert hatte er sich die Ankunft seines Gastes nicht in seinen schönsten Träumen vorgestellt.


33 - 1.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: aloevera Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 18.09.2006 08:38:16

Max saß auf der Terrasse und las die schulinternen Rahmenpläne, die die Kollegen ihm heute für die verschiedenen Fächer abgegeben hatten. Hin und wieder schaute er belustigt zu Marion hinüber, die auf ihrer Sonnenliege die wärmenden Strahlen der Septembersonne genoss. Zwischen ihren geschlossenen Augen stand eine Falte, die sich immer dann sehr ausprägte, wenn sie intensiv nachdachte. In ihrer rechten Hand hielt sie ein Diktiergerät, das sie in unregelmäßigen Abständen benutzte.
Als sie kürzlich mit unzähligen Folienblättchen auf dem Kopf beim Friseur saß und die üblichen Klatschzeitungen durchblätterte, fiel ihr Blick auf eine Anzeige. „Wenn Sie das Talent zur Schriftstellerin besitzen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Rufen Sie uns an unter der Nummer 07246/3256841.“ Marion hatte sich die Nummer aufgeschrieben und nach einem längeren Telefonat mit der Chefredakteurin der Zeitung angefangen, Kurzgeschichten zu schreiben und einzuschicken. Nachdem ihre erste Geschichte gedruckt war, konnte sich Marion kaum noch bremsen. Ihre Fantasie schlug Purzelbäume und sie konnte ihre Gedanken manchmal gar nicht so schnell in das Diktiergerät sprechen, wie sie kamen. Mittlerweile hatte sie so viele Geschichten geschrieben, dass die Zeitschrift bis zum Jahresende damit versorgt war. Der Gedanke, einen eigenen Roman zu schreiben.....


33 - 2.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: aloevera Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 20.09.2006 09:11:56 geändert: 07.10.2006 17:11:10

nahm immer klarere Formen an. Nach den Herbstferien begann ihr Mutterschutz und der Gedanke, nicht mehr in die Schule zu gehen, machte ihr immer noch sehr zu schaffen. Sie hatte mit Max nicht mehr darüber gesprochen, wie lange sie nach der Geburt zu Hause bliebe. Sich schriftstellerisch zu betätigen, erschien ihr eine gute Alternative in dieser Zeit.
Sie betrachtete Max. Er sah abgespannt aus und arbeitete nach wie vor sehr viel. Seine sportlichen Aktivitäten hatte er sehr reduziert, das Ergebnis machte sich langsam an den Hüften und am Bauch bemerkbar.
Marion lächelte in sich hinein. Wenn er wüßte… Es dauerte nur noch wenige Wochen bis zu den Herbstferien. Mitten in den Ferien wurde Max 44. Marion hatte für eine Woche auf Rügen ein Zimmer in einer kleinen Familienpension direkt am Strand gebucht. Tapetenwechsel, frische Seeluft und Strandspaziergänge würden ihnen beiden gut tun. Nadine und Bernd hatten sich zwei Tage frei genommen und würden an Max Geburtstag als Überraschung anreisen. Von all dem ahnte Max nichts.
Max Gedanken kreisten ebenfalls um die bevorstehenden Herbstferien. Er hatte das Gefühl, auf dem Zahnfleisch zu laufen und würde so gerne ein paar Tage mit Marion verreisen, aber er hatte Bedenken, ihr den Vorschlag zu machen. Fliegen konnte sie in ihrem Zustand nicht mehr. Und was wäre, falls es Komplikationen gäbe, das Baby sich früher als geplant ankündigte? Von hier aus waren sie schnell beim Arzt oder in der Klinik.
Er war hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Tapetenwechsel und der Verantwortung als werdender Vater.



33.3.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: keinelehrerin Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 20.09.2006 17:58:38

Mit den Sorgen, mit denen sich ein Vater so während seines Lebens herumschlagen muss, war Max erst ein kleiner Ausblick gegönnt.
Gedanken um die Kinder macht man sich als Eltern eigentlich immer; egal wie alt und selbständig die lieben Kleinen innerhalb von Jahren geworden sind. Manchmal schiebt man aber auch angebliche Gedanken um den Nachwuchs als Vorwand vor, wenn der eigentliche Grund verschwiegen werden sollte. So tat es im Moment der liebende Vater Robert Hegebrecht.

Heute konnte er sich einen Saunagang für die ganze Woche sparen, so durchgeschwitzt war sein Oberhemd. Dass Hildegunde aber auch nicht nachgab mit ihren Fragen. Wie ein Terrier sich in seiner Beute festbiss, so hatte sich die liebe Hildegunde an dem fremden Besucher festgebissen. Keine Minute lies sie ihn aus den Augen. Jedes Detail wurde von ihr akribisch analysiert. Warum hatte der Herr eine rosa Rose im Knopfloch? Das trug man doch schon seit Ur-Zeiten nicht mehr. Es sei denn, man .... man machte einer Dame den Hof. Aber wieso denn? Sie kannte den Herrn doch überhaupt nicht. Sollte ...? Würde....? Hatte.....? Robert wischte und wischte den Schweiß ab; der Blick der ihm gerade von seiner Auserwählten zugeworfen wurde, beunruhigte ihn zutiefst. Hildegunde war eine intelligente Frau, sie konnte man nicht hinters Licht führen. Oh, Herr, lass es Abend werden, betete er inbrünstig. "Robert, würdest du mir mal gerade eben in der Küche helfen? Sie entschuldigen uns kurz," wandte sie sich an ...... Robert stand ganz langsam auf und überlegte in Windeseile. Unter Hildegundes Fragen würde er zusammenbrechen wie ein reifer Getreidehalm im Septembersturm. Ihm musste etwas einfallen, gleich und ganz schnell. Ja! Er nahm sein Gedeck und folgte Hildegunde. Nach zwei Schritten nahm er allen Mut zusammmen und lies den Teller und die Tasse fallen. Hildegunde fuhr herum. Robert stand mit schuldbewusster Mine da und sah bedauernd auf den Scherbenhaufen. "Ich bin gestolpert. Es tut mir leid." Diese Notlüge würde ihm der Himmel bestimmt verzeihen.


33 - 4.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: aloevera Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 21.09.2006 09:48:35 geändert: 21.09.2006 09:49:51

Während Robert sich an diesem milden Septemberabend zum wiederholten Mal diesen Gedanken hingab, kam Charlotte zu ihm auf die Terrasse. Eine willkommene Ablenkung zu diesen ewig gleichen Gedanken, die ihm seit seiner Rückkehr aus Koblenz immer wieder durch den Kopf schossen. Ob Hildegunde seinen Plan durchschaut hatte, konnte er nicht einschätzen. Nun blieb ihm nur noch Plab B übrig.
Charlotte hatte soweit alles gepackt und wollte am nächsten Morgen losfahren. Robert seufzte innerlich. Wie still es nun werden würde. Obwohl Charlotte eine eigene Wohnung innerhalb der Villa besaß, war die Tatsache, sie stets in seiner Nähe zu haben, ein tröstlicher Gedanke für ihn gewesen. Aber sie war dreißig Jahre alt und es wurde Zeit, sich völlig auf eigene Füße zu stellen. „Charlotte, ich muss mit dir reden“ hob er vorsichtig an, darauf gefasst, dass allein beim Namen Hildegunde Charlottes Gesichtszüge vollständig entgleisen würden.
Behutsam erklärte Robert seiner Tochter, dass er einige Veränderungen in der Villa vornehmen würde, Hildegundes Geschmack entsprechend, mit der Absicht, mit ihr hier zusammen zu leben und sie zu heiraten.
Robert war nach seinen Ausführungen auf eine Flut von Protesten, Einwänden und auf Charlottes Ablehnung gefasst, aber Charlotte schwieg. Das soeben Gehörte musste erst einmal sacken. „Weißt du, ich mag Hildegunde nicht besonders, aber ich habe dir immer eine liebe Partnerin gegönnt, mit der du deinen Ruhestand genießen kannst. Wenn es denn Hildegunde sein soll, wünsche ich dir viel Glück mit deinen Plänen. Meinen Segen hast du.“
Innerlich war Charlotte sogar ein wenig erleichtert, obwohl auch sie Hildegundes Reaktion nicht einzuschätzen vermochte. Zu wissen, dass ihr Vater nicht allein zurückblieb, war ihr eine große Erleichterung, denn auch sie war fest entschlossen, sich endlich mehr von ihrem Vater und ihrem Elternhaus abzunabeln.



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