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Forum: "Vollzeit - Wie schafft ihr das?"

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Vollzeit - Wie schafft ihr das?neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: anneblythe Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 04.04.2018 15:46:08

Hallo,

sagt doch mal bitte, ob und wie ihr das schafft. Ich arbeite Vollzeit, also 28 Wochenstunden, in der Grundschule. Das mache ich schon seit etwa zehn Jahren, aber allmählich geht mir die Luft aus.

Ich habe aktuell ein erstes Schuljahr, zusätzlich unterrichte ich Mathematik in zwei anderen Klassen, außerdem habe ich eine Näh-AG.

In meinem ersten Schuljahr liegt der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund bei etwa 60 Prozent, davon sprechen vier Kinder so gut wie gar kein Deutsch. Wir sind wie wohl die meisten Schulen schon chronisch unterbesetzt, Teamstunden gibt es nicht mehr.

Mein Sachunterricht spielt sich derzeit ausschließlich im sozialen Bereich ab, weil es ständig Gesprächsbedarf gibt, warum wir einander nicht schlagen/beschimpfen/bedrohen/erpressen/ausschließen... In solch krasser Form habe ich das bisher noch nie erlebt. Ständig ist etwas los, einige Kinder benehmen sich so daneben, dass andere nicht mehr in die Schule kommen möchten. Die Eltern sind weitestgehend resistent. "Bei uns isser immer zu lieb ..." Oder sie verstehen mich gar nicht erst. Frühestmöglicher Termin mit dem Übersetzer in sieben Wochen.

Nach drei, vier Stunden Unterricht mit extrem hoher Arbeitsdichte bin ich oft so geschafft, dass ich kaum weiß, wie ich die letzten Stunden überstehen soll.

Ich schätze meine erzieherische Kompetenz eher hoch ein, habe früher im Kindergarten gearbeitet und bin selbst Mutter von mehreren Kindern.

Es gelingt mir, für Unterrichtsruhe zu sorgen, aber es genügt, dass ich mich umdrehe und schon geht es wieder ab. Trotz aller Konsequenz. Ich habe kaum Gelegenheit, mich um Kleingruppen oder ein einzelnes Kind zu kümmern. Andere Kollegen sehen das ebenso, bei ihnen ist es noch schlimmer als bei mir.

Dazu kommt dann der tägliche Wahnsinn, Gesprächstermine außer der Reihe, nein, nicht telefonisch, auch nicht per Mail, persönlich und bitte erst ab 17.30 Uhr, Konferenzen, Teilkonferenzen, Arbeitsgruppen, Klassenbuch, VERA, Aufsicht führen, Klassenarbeiten nachsehen, Elternsprechtag, Sprechtagstermine für die Fachunterrichtsklassen, Wettbewerbe, Feste, Zeugnisse ...

In mir baut sich zusehends das Gefühl von Unzulänglichkeit auf. Ich weiß, wie ich es besser machen könnte, aber dazu fehlt mir Zeit und Energie. Schlafen muss der Mensch ja auch schließlich mal.

Mein Unterricht ist in weiten Teilen frontal ausgerichtet, Partner- oder Kleingruppenarbeit endet oft in handgreiflichen Desastern, Kritzeleien statt Schreibübungen, kaputt gemachtem Material, verschmiertem Mobiliar.

Wie ich mit dem Stoff für das aktuelle Schuljahr durchkommen soll, ist mir ein Rätsel. Das Klassenbuch liegt schon seit Wochen auf Halde, weil es immer Wichtigeres gibt.

Ich bin die Einzige an unsere Schule, die Vollzeit arbeitet, die Kollegen empfinden ähnlich, aber bei einer halben oder Dreiviertelstelle scheint das Problem nicht so drängend zu sein.

Meine Mentorin sagte mir vor einigen Jahren, dass man sich als Vollzeitkraft nicht mit Teilzeitkräften messen darf. Ich bewundere und bestaune, was meine Kollegen da manchmal auf die Beine stellen, wie liebevoll und detailreich und auch unter persönlichem finanziellen Einsatz sie Lernsettings arrangieren. Bei mir gibt es oft auch Einheitsfutter, ich nutze unsere Bücher, Tafel und den Overheadprojektor sehr ausgiebig. Highlights gibt es auch, aber für gewöhnlich eben Alltagskost. Leider vergleichen aber die Eltern und denen ist es egal, ob die Lehrkraft vierzehn oder achtundzwanzig Stunden hat. Kann ich irgendwie auch verstehen, aber leider nicht ändern.

Die Rahmenbedingungen dürften besser sein. Ich habe ein winziges Klassenzimmer, das keinerlei Platz für Lese- oder sonstige Ecken bietet, eine Vielzahl der allgemein zugänglichen Unterrichtsmaterialien fielen vor einer Weile einem Brand zum Opfer, die Hälfte unserer zwölf Rechner funktioniert nicht ordentlich, der Fernseher mal ja mal nein, der Kopierer frisst Papier ...

Es mag so klingen, als möge ich meinen Job nicht, aber dem ist nicht so. Ich bin einfach absolut ratlos, wie ich dieser Vielzahl an Aufgaben unter diesen Bedingungen Herr werden und dabei gesund bleiben kann.

Stunden reduzieren ist keine Option für mich.

Habt ihr Rat und Ideen für mich?

Herzliche Grüße

Anne

 



Reißleine ziehen!neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: janne60 Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 04.04.2018 16:20:33

Ja, das Programm ist üppig, ich kann dir gut nachfühlen, auch ich arbeite Vollzeit. Wenn ich deine Schilderung so überfliege, wäre für mich an dieser Stelle der 1. Punkt, an dem ich mal den Rotstift ansetzen würde: du schreibst

...Gesprächstermine außer der Reihe, nein, nicht telefonisch, auch nicht per Mail, persönlich und bitte erst ab 17.30 Uhr, Konferenzen, Teilkonferenzen, Arbeitsgruppen, Klassenbuch, VERA, Aufsicht führen, Klassenarbeiten nachsehen, Elternsprechtag, Sprechtagstermine für die Fachunterrichtsklassen, Wettbewerbe, Feste, Zeugnisse ...

Hier heißt es, Grenzen zu setzen: Gesprächstermine genau dann, wenn ICH Zeit dazu habe. Bei Teilkonferenzen sehen, ob mein Beitrag dazu auch schriftlich (oder mündlich)  im Vorfeld an den Klassenlehrer ausreicht. Aus Arbeitsgruppen ausklinken. Sprechtagstermine überdenken (evtl. nur dort, wo es notwendig ist, nicht den ganzen Tag anbieten und dann kommt keiner). Wettbewerbe streichen, bei Festen zurückhaltend mitwirken.

Du lässt dich zwischen den Mahlsteinen des Systems zerreiben, wenn du den Hans-Dampf-in allen Gassen spielst. Auch du wirst nur für 1 Arbeitskraft bezahlt. Und wenn man euch die Teams abgeschafft hat, dann ist das bereits ein Grund, warum man die Förderarbeit nicht ausreichend betreiben kann. Das hast du aber nicht allein aufzufangen. Es ist dann eben so. Und wenn die Kinder bereits mit dem regulären Unterrichtsstoff an ihre Grenzen kommen, dann braucht es auch keine Wettbewerbe, die einen nur zusätzlich Zeit, Nerven und Ressourcen kosten. Auch das ist dann eben so.

Und der Satz, der mich immer wieder runterbringt (und vor allem entlastet), wenn ich mich mal zu sehr in meine Tätigkeit versteige (z.B. bezügl. der Erziehungsarbeit der Eltern oder deren Mitarbeit, die ich mir vielleicht anders wünschen würde): Ich bin NUR die Lehrerin!

 

 



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von: anneblythe Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 04.04.2018 16:57:20

Danke für deine Worte, Janne.

"Ich bin nur die Lehrerin", das muss ich mir auch vor Augen halten. Eine Freundin, ebenfalls Lehrerin, sagte vor einer Weile: "Deine Schüler haben selbst Eltern."

-Meine Kinder hingegen manchmal keine Mutter, weil ich sehr oft von der Rückkehr aus der Schule bis Mitternacht mit Schulkram befasst bin.

Ich werde das mit den Gesprächsterminen so machen. Wer nicht mailen oder telefonieren möchte, muss dann eben warten oder zu meinen Vorschlagsterminen doch Zeit finden. Und es gibt nicht wegen jedem Kleinkram einen Termin.

Aus Arbeitsgruppen ausklinken ist schwierig. Unser Kollegium ist sehr engagiert und Vollzeit bedeutet natürlich auch hier mehr Einsatz als halbe Stelle, was schwierig wird, wenn sich die Halbstellenkräfte schon über Gebühr engagieren. 

Ich selbst habe gar nicht das Gefühl "Hans Dampf in allen Gassen" zu sein. Mir schleicht sich eher das Gefühl ein, nicht einmal mehr das absolute Minimum auf die Reihe zu bekommen. In sozial schwierigen Klassen, die erhöhte Bedingungen an die Aufmerksamkeit des Lehrers stellen, finde ich es extrem schwierig, auch nur mit dem absoluten Minimum an Stoff durchzukommen. Wenn ich mir anschaue, was ich mit meinen vorherigen ersten Schuljahren zu dieser Zeit schon geschafft hatte ...

Wie machst du das, wenn du mit deinem Stoff auf der Stelle trittst? Ich habe viele Schulfrühchen und viele in irgendeiner Weise auffällige Kinder.

Das ist dann eben so, das sage ich mir selbst auch schon ziemlich oft und sehe dann, wie es Kollegen eben doch sehr viel besser und detailreicher, individueller und persönlicher hinbekommen und verglichen wird. Allerdings sehe ich auch, dass viele sehr engagierte Kollegen trotz halber Stelle Vollzeit vorbereiten, damit nicht zufrieden sind und die Krankheitsrate bei uns massiv in die Höhe schnellt.

Ich würde gern die Wettbewerbe sausen lassen, aber das spielt die Chefin nicht mit.

Und der Satz, der mich immer wieder runterbringt (und vor allem entlastet), wenn ich mich mal zu sehr in meine Tätigkeit versteige (z.B. bezügl. der Erziehungsarbeit der Eltern oder deren Mitarbeit, die ich mir vielleicht anders wünschen würde): Ich bin NUR die Lehrerin!

Den werde ich als Mantra nutzen.  

Herzliche Grüße

Anne



Meine große Bewunderung!neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: wolkenwald Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 04.04.2018 20:39:35

Puh, also ich arbeite momentan nur Halbzeit an einem Gym und versuche nebenbei, mich auf meine Abschlussprüfung an der Uni vorzubereiten. Wie andere Vollzeit schaffen, ist mir ein Rätsel. Ich bin wahrscheinlich die schlechteste Ratgeberin, weil ich selbst neu bin - aber hast du dir schon einmal überlegt, die Schule zu wechseln, oder kommt das nicht in Frage? Idealistinnen wie du sind an Schulen mit vielen Kindern, die schlechte Startvoraussetzungen haben, wie kein Deutsch oder schwierige Familien, sicher sehr sehr wichtig! Aber du hast den Kindern in den letzten zehn Jahren schon so viel gegeben, und vielleicht gibt es Schulen in deiner Nähe, in die Kinder gehen, die aus einfacheren Bedingungen stammen? Also weniger Culture Clash, mehr Förderung von den Eltern?

Ich seh es bei meiner Mutter, die ist auch an einer "Brennpunktschule", wie man solche Schulen in Österreich nennt, und das seit dreißig Jahren. Sie hat sich nicht getraut, Schule zu wechseln, hatte sich schon so an ihre gewöhnt, diverse Projekte dort aufgebaut, Freundschaften geschlossen. Extrem motiviert und engagiert, die Kinder danken es ihr auch mit lieben Geschenken und tränenreichen Abschlussreden. Aber was ist der Preis? Chronische Übermüdung, Depressionen etc. Ich habe das Gefühl, es wäre besser für sie gewesen, sie hätte schon vor zehn Jahren in eine einfachere Schule gewechselt.



Idealistin?neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: anneblythe Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 04.04.2018 21:04:28

Hallo wolkenwald,

bin ich eine Idealistin? Ich glaube, ich war mal eine, aber mit den Jahren sind so einige Illusionen dessen, was möglich ist, auf der Strecke geblieben. Bedingt durch Vertretungstätigkeiten habe ich schon mehrfach die Schule gewechselt und war auch an heftigeren Brennpunktschulen, aber die Rahmenbedingungen waren damals einfach besser, da gab es viele Teamstunden, sonderpädagogische Maßnahmen, noch nicht so viele Schulfrühchen, mehr und größere Räume, bessere technische Ausstattung und noch nicht so viele Kinder mit Migrationshintergrund. Ich glaube, von daher ist ein Wechsel nicht unbedingt eine Lösung. Aber danke für den Hinweis. Es ist ja auch so, dass bestehende Schulen sich mit den Jahren ändern.

Puh, also ich arbeite momentan nur Halbzeit an einem Gym und versuche nebenbei, mich auf meine Abschlussprüfung an der Uni vorzubereiten.

 

Wie andere Vollzeit schaffen, ist mir ein Rätsel. Ich bin wahrscheinlich die schlechteste Ratgeberin, weil ich selbst neu bin - aber hast du dir schon einmal überlegt, die Schule zu wechseln, oder kommt das nicht in Frage? Idealistinnen wie du sind an Schulen mit vielen Kindern, die schlechte Startvoraussetzungen haben, wie kein Deutsch oder schwierige Familien, sicher sehr sehr wichtig! Aber du hast den Kindern in den letzten zehn Jahren schon so viel gegeben, und vielleicht gibt es Schulen in deiner Nähe, in die Kinder gehen, die aus einfacheren Bedingungen stammen? Also weniger Culture Clash, mehr Förderung von den Eltern?

Ich seh es bei meiner Mutter, die ist auch an einer "Brennpunktschule", wie man solche Schulen in Österreich nennt, und das seit dreißig Jahren. Sie hat sich nicht getraut, Schule zu wechseln, hatte sich schon so an ihre gewöhnt, diverse Projekte dort aufgebaut, Freundschaften geschlossen. Extrem motiviert und engagiert, die Kinder danken es ihr auch mit lieben Geschenken und tränenreichen Abschlussreden. Aber was ist der Preis? Chronische Übermüdung, Depressionen etc.
Davor habe ich auch Angst. Manchmal frage ich mich, ob der Unterricht und das Schulleben wirklich anstrengender geworden sind oder ob meine Kräfte durch den Dauerstress einfach nachlassen. Es ist sicher eine Kombination aus beidem.  Und auch ein wenig Resignation, weil ich mittlerweile in vielen Fällen weiß, was ich tun könnte, was sich in der Realität davon machen lässt und dass es Fälle gibt, die wir nicht "retten" können.

Du studierst und arbeitest gleichtzeitig eine halbe Stelle? Das stelle ich mir aber auch anstrengend vor.

Manchmal habe ich auch schlicht keine Lust mehr. Es ist nahezu egal, was ich vorbereite, mit recht hoher Wahrscheinlichkeit geht es ohnehin aufgrund der, sagen wir mal, sehr lebendigen Klassenstruktur daneben, und ob ich nun eine minutiös liebevoll vorbereitete Einheit vor die Wand fahre oder eine fertige aus dem Buch, ist letztendlich für den Lernerfolg egal.

Meine Mentorin sagte einmal: "Um acht Uhr fällt der Griffel. Im Zweifel ist eine ausgeschlafene Lehrerin besser als eine perfekt vorbereitete."

Ich habe das Gefühl, es wäre besser für sie gewesen, sie hätte schon vor zehn Jahren in eine einfachere Schule gewechselt.
Arbeitet deine Mutter immer noch dort?

Die tränenreichen Abschiede kenne ich auch, doch was ist der Preis dafür. Bei mir zu Hause gab und gibt es oft Tränen, weil ich so sehr in Schule eingebunden bin und wenig Zeit für meine Kinder habe. Dabei sind es nur selten größere Aktionen, die so viel Zeit und Energie fressen, es ist leider das ganz gewöhnliche Alltagsgeschäft, diese extrem hohe Arbeitsdichte, die mich schafft.

Danke für die Ideen und Gedanken.

Herzliche Grüße

Anne



Hmneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: janne60 Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 04.04.2018 22:25:46

Bei mir zu Hause gab und gibt es oft Tränen, weil ich so sehr in Schule eingebunden bin und wenig Zeit für meine Kinder habe

Nicht dein Ernst,oder? Ich habe in meinem inzwischen recht langen Leben gelernt, dass berufliche (in diesem Fall schulische) Probleme stets daraus resultieren, dass  der familiäre Bereich nicht "aufgeräumt" ist. Schüler spiegeln einem das untrüglich. Diese Erkenntnis stammt aus der Systemik und es würde hier zu weit führen, das ausführlich zu erläutern. Jedenfalls: Wenn es so ist, wie du schreibst, dann stehst du mit schlechtem Gewissen vor deinen Kindern und in der Schule mit schlechtem Gewissen vor deinen Schülern. Erweitern wir dein Mantra:

"Ich bin NUR die Lehrerin, und dies (Schule) ist NUR meine Arbeit!"

Ich würde an deiner Stelle mich dringend zu Hause zeitlich so strukturieren, dass die Kinder merken, wann Mama auch mal Feierabend hat und wann für sie die "quality time" beginnt, in der Mama einfach Mama ist.

 



ganz ehrlich:neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: palim Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 04.04.2018 22:51:56 geändert: 04.04.2018 23:01:17

Wir schaffen das auch alle nicht.

Die, die rechtzeitig die Reißleine ziehen, viel eher die Sus sich selbst überlassen und das "gesund" empfinden, sehen häufig klarer.

Die, die jeden Problemfall sehen und gerne jedem helfen würden, weil es ihr Idealismus war oder wäre, schaffen es nicht und empfinden das womöglich deutlicher.

Nicht zu derzeitigen Bedingungen und das, was du beschreibst, sehe ich bei uns in der Schule auch.

Bei den Arbeitszeit-Erhebungen wird es "Deckeneffekt" gekannt: die Vollzeitkräfte müssen irgendwo Abstriche machen, weil der Tag nie lang genug ist, die Halbzeitkräfte arbeiten weit über ihre Verpflichtung und ihre Bezahlung hinaus.

Jannes Tipp mit der Familienzeit ist sicherlich ein guter.

Nachtrag:

Ich finde sehr schade, dass die derzeitigen Bedingungen das, was am Lehrerberuf so schön ist, dahinschmelzen lassen. Das zehrt!



Respektneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ivy81 Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 04.04.2018 23:13:53

Vor einer Vollzeit arbeitenden Mutter kann ich nur respektvoll den Hut ziehen. Deine Situation verstehe ich gut. Allerdings habe ich für mich eine andere Lösung gefunden. Inwiefern dir das möglich ist, kann ich nicht beurteilen. Hier ist es so, dass ich nach Kind 3 zunächst mit 10 Stunden wieder eingestiegen bin und seit diesem Schuljahr versuchsweise auf 12 aufgestockt habe. Das ist vom Arbeitsaufwand her für mich eben noch machbar, ohne zu Hause und in der Schule ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, weil ich nirgendwo mein Bestes geben kann. 2 1/2 Vormittage in der Schule und 1 Vormittag reine Vorbereitungszeit reichen mir (auch dank einer sehr gnädigen Fächerkombination), um den Unterricht so vorzubereiten, wie ich möchte und auch öfter "schöne" Stunden halten zu können. Was liegen bleibt, kann auch mal abends aufgearbeitet werden, ohne dies zum Dauerzustand werden zu lassen.

Trotzdem kommen zur Teilzeit ja auch noch Zusatztermine dazu. Ohne Klassleitung sind das jedoch deutlich weniger.

Vielleicht wäre es für dich ja auch eine gute Lösung, deine Stunden im kommenden Schuljahr zu reduzieren.



Mhhh--neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: lupenrein Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 04.04.2018 23:25:22

"Ich würde gern die Wettbewerbe sausen lassen, aber das spielt die Chefin nicht mit."

Was würde dieselbe Chefin denn sagen, wenn du überlegst, deine Unterrichtsverpflichtung signifikant zu reduzieren?

Es gibt einen Unterschied zwischen Pflicht und Kür!

Niemand kann dich dazu verpflichten, dich im Konflikt Arbeit/Familie zu zerreiben.

Manchmal hilft es, darüber nachzudenken, wieviel einem die eigene seelische Gesundheit wert ist und ggf. Konsequenzen zu ziehen.

 

 

 



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von: anneblythe Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 04.04.2018 23:51:58

Ich bin nicht sicher, was meine Chefin sagen würde, falls ich ankündigen würde, drastisch zu reduzieren. Es ist nicht so einfach. Wahrscheinlich würde sie sagen: "Dann tun Sie das."

Das hat einen größeren Hintergrund. Ist nicht ganz einfach. Sie schätzt meine Arbeit, das schon.

 



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