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Forum: "Burnout bei Lehrern?"

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Burnout bei Lehrern?neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: gumofrau Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 09.10.2018 12:07:33

Hi,

dieses Jahr haben sich schon zwei meiner Kollegen in Behandlung begeben. Diagnose: Burnout-Syndrom. Wir haben Glück, unser Kollegium ist sehr unterstützend in solchen Situationen.. dennoch habe ich ähnliche Fälle schon von anderen Schulen mitbekommen.

Auf uns Lehrern lastet ein wirklich sehr großer Druck und die Eltern werden auch nicht gerade entspannter. Meine Freunde sagen oft "Pah, du hast doch voll viel Urlaub im Jahr" vergessen aber, dass man als Lehrkraft auch immer seine Arbeit mit nach Hause nimmt und man auch eine sehr große Verantwortung trägt.

Was wären konkrete Vorschläge von euch, um die Situation zu verbessern? 



Burnout in Grundschuleneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: knuffige Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 09.10.2018 15:58:10

Hi, am besten wäre natürlich, wenn der Schülerschlüssel geändert würde. Inklusion hat ja nichts gebracht. Nur mehr Arbeit für uns, aber keine kleineren Klassen. Selbst Schulbegleiter sind ja eher noch belastend. Wenn denen langweilig wird, fangen die im Unterricht an auf dem Handy zu spielen. 

Aus meiner Sicht das einzige und beste wäre Klassengröße Maximal 17-20 Schüler in der Grundschule. Aber da fehlen ja jetzt schon 1000 Lehrer. Real  ist eher trotz Inklusion noch 27 Schüler in einer Klasse bei einem Lehrer.

Grundsätzlich finde ich das Skandinavische System super. Die besten Pädagogen in den Elemantarbereich, natürlich mit entsprechender Bezahlung. Im Gymnasium dann muss man schließlich nur noch Anleiten. Da darf die Bezahlung auch geringer ausfallen. Und kein Kind kann sitzenbleiben jedes wir individuell gefördert. Arbeitsschluss 16h und nichts mit nach Hause nehmen. dass wäre super.

jeder darf mal träumen, auch wir Lehrer

Knuffige



@gumofrauneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: janne60 Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 09.10.2018 18:17:50 geändert: 09.10.2018 18:25:02

Im Laufe meiner vielen Dienstjahre habe ich gelernt, dass gegen Burnout hilft, sich dort abzugrenzen, wo unser Job endet. Viele Kollegen reiben sich an Dingen auf, die gar nicht mehr in ihren Wirkungsbereich gehören. Sie machen sich Gedanken um Schüler, deren Verhalten, über die Eltern und was sie doch gefälligst tun und lassen sollten. Dies ist eine Grenzüberschreitung, die uns Lehrern gar nicht zusteht. Eltern sind Eltern und Lehrer sind Lehrer. Manchmal versuchen Eltern, ihre Erziehungsaufgabe an mich abzugeben. Denen sage ich dann genau diesen Satz: Ich bin NUR die Lehrerin (klingt jetzt hier ein wenig platt und oberflächlich, so ist es nicht gemeint, habe aber gerade nicht die Ausdauer, weiter in die Tiefe zu gehen).

Außerdem versuchen viele, ihre Idealvorstellungen eines pädagogischen Arbeitens gegen alle Widrigkeiten durchzusetzen (weil sie sonst angeblich ihre Arbeit nicht so machen können, wie sie das wünschen). Das geht aber nicht einfach so. Will sagen: Wenn ich eine zu große Klasse habe, dann leiden darunter die Differenzierungs- und Fördermöglichkeiten. Und Stuhlkreis und interessante Lernmethoden gibt es dann aus Platzgründen eben auch nicht mehr. Das hat mich früher tierisch aufgeregt. Heute weiß ich, dass es überhaupt nichts nützt, sich daran abzuarbeiten, außer dass man selbst dabei vor die Hunde geht.

Was knuffige schreibt, hilft dem Einzelnen nicht wirklich. Diese hätte-wäre-wenn-Diskussion ist hinfällig. Wir HABEN große Klassen, wir HABEn zu wenig Lehrkräfte, wir HABEN von allem, was nötig für gute Schule wäre, zu wenig. Ich habe meinem Dienstherrn versprochen, so gut es mir möglich ist, für ihn zu arbeiten. Und das tue ich. Und wenn die Ressourcen nicht ausreichen, dann arbeite ich mit dem, was ich habe. Aber ich gehe nicht ständig über meine Grenzen und Möglichkeiten oder über meine Kräfte und Nerven. Das habe ich niemandem unterschrieben und das verlangt übrigens auch gar keiner von uns.

Und die Mär vom vielen Urlaub schallt auch nur aus dem Tal der Ahnungslosen: Es handelt sich um unterrichtsfreie Zeit! Mehr nicht.

 



Ursachenbekämpfung statt Symptombetäubungneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: malina100 Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 10.10.2018 11:05:05

 

Hätte hätte Fahrradkette hilft uns in der momentan Zeit gar nicht. Selbst, wenn sich Lehrkräftemangel und Klassengröße nun verändern sollen (durch Quereinsteiger etc), werden sich diese Veränderungen erst in einigen Jahren zeigen, denke ich. Bis dahin müssen wir wohl mit dem arbeiten, was wir haben. Und das sind eben große Klassen, viel Verantwortung.

Sich abzugrenzen lässt sich natürlich als Ideal gut sagen, aber aber... wir wissen alle, dass sich das leichter sagt, als umsetzen lässt, nicht wahr? Ich bin nicht in den Lehrerstand gegangen, weil mir das Wohl der einzelnen Kinder nicht am Herzen liegt und ich kein Interesse an ihnen als Individuen habe - und ich glaube, das geht vielen so.
Thema Burnout ist schwierig; Studien belegen nämlich: "Die Zahl der Krankheitstage hat sich seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt, mehr als 30 % aller Beschäftigten im Bildungswesen leiden unter psychischen Problemen." (Quelle https://www.rhein-jura-klinik.de/blog/therapie/traumberuf-oder-hoellenjob-burnout-bei-lehrern/) Im Zweifel ist eine Therapie wie du TE es anspricht nur Bekämpfung von Symptomen. die genannten Ursachen bleiben ja bestehen und die Therapie fungiert dann lediglich als "Reparatur" des Lehrers, damit er möglichst schnell wieder funktioniert.

Ich habe auch keine Lösung, natürlich nicht. Mir hilft Reden sehr und Sport, schöne Dinge tun... Im Zweifel auch die Gesprächstherapie.



Survival of the fittest...neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: mordent Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 12.10.2018 11:12:47

... ist mein Motto.

Ich finde, es sind - egal in welcher Branche - zu viele am völlig falschen Platz...

Wer Berufskraftfahrer wird sollte mit jeglicher Verkehrssituation klarkommen, egal ob Stau, Spurblockierer, sog. "Vollidioten" usw.

Wer Arzt ist oder Metzger muss schließlich auch Blut sehen können und damit klarkommen, dass er Tiere tötet oder Patienten auch mal versterben. Das DARF einen selbst nicht belasten...

Und genauso verstehe ich nicht, dass jemand Lehrer wird und seinen Platz im hintersten Eck im Lehrerzimmer hat, um sich in einer Hohlstunde auf seinen Platz zu setzen und zu seufzen:"Och, die Ruhe tut so gut."

Nein!!! Wir haben uns keinen Beruf ausgesucht, in dem Ruhe das ist, was einen erwartet... Außer man wird Privatlehrer und arbeitet mit einem Schüler oder höchstens Mehrlingen einer Familie... Wir gehen in ein Haus mit 600, 1.000, vielleicht gar 1.500 Schülern... Da IST es laut...Und dafür muss man gemacht sein, dass man nicht abends mit klingelnden Ohren nach Hause geht.

Natürlich geht das möglicherweise auf Kosten des Standards, den man momentan hat, aber ich sage immer: Wem ein volles Deputat (bei uns 25 Wochenstunden) zuviel ist, der hat die freie Möglichkeit zu reduzieren... Natürlich heißt das bei uns ca. 100 € netto weniger pro reduzierter Deputatsstunde, aber lieber entspannt mit 1.500 € im Monat als outgeburned im Eigenheim mit Pool und Hausmädchen...

Ich bin im Moment auf dem besten Weg in einen Boreout, was das genaue Gegenteil vom Burnout ist: psychisch krank durch Unterforderung. Aufgrund einer Diskriminierungskampagne der SL gegen mich, sitze ich dieses Jahr länger als jeder Kollege mit vollem Deputat im Lehrerzimmer rum und soll differenziertes Arbeitsmaterial erstellen. Bei einem 17/25 Stunden-Deputat müsste ich (mit Deputatsreduktion wegen Schwerbehinderung) 13 Stunden effektiv unterrichten, sitze aber derzeit 30 Stunden in der Schule rum, da das RP plötzlich behauptet, es läge kein Antrag auf Deputatsermäßigung vor. Außerdem werden beim Wegfall der Vor- und Nachbereitung aus einer Deputatsstunde zwei Unterrichtsstunden.

Ich bin aber nicht fürs Arbeiten im ruhigen LZ-Computereck gemacht, sondern fürs Arbeiten mit wuseligen Kindern im Unterricht... Jahrelang war ich in den Sommerferien Dozent auf Jungmusikerlehrgängen: 150 Musiker, von denen ich vielleicht 15 im Theorieunterricht hatte, 15 Instrumentalschüler und eben alle 150 im Orchester, wo es eine wahre Freude ist, im Proberaum zu sein, wenn sich jeder für sich selbst einspielt... Und dann haben wir eine Woche dort verbracht... Bis um 2.00 Uhr die Nachtruhe kontrollieren, um 7.00 Uhr wecken... Das war jahrelang mein URLAUB!

Es ist für mich auch nicht nachvollziehbar, warum sich Kollegen über schlechte oder störende Schüler beschweren... Es gibt zwei Sorten schlechter Schüler: die Langsamen und die hoffnungslos Verlorenen... Und es gibt nur zwei Sorten störender Schüler: die, die man trotz allem kontrollieren kann, und die, die auf lange Sicht raus müssen.

Ich sehe keine Notwendigkeiten für Veränderungen am System, sondern an der Einstellung derer, die Lehrer/in werden (wollen). Sie müssten viel klarer vermittelt bekommen, dass sie nicht in einen Beruf gehen, in dem jeder Schüler "nur auf dich gewartet" hat, weil er auch so gerne Therme löst, chemische Formeln, Geschichtsdaten oder Lateinvokabeln lernt, Akkorde umkehrt oder Goethe interpretiert... Ja, die gibt es auch, aber es gibt eben auch die, die damit nichts anfangen können oder wollen. Und dass die dann nicht still in der Ecke sitzen, sondern anfangen, ihre Langeweile durch Blödsinn zu vertreiben, kann ich absolut nachvollziehen. Wäre mir in meinen Fächern auch nie eingefallen, habe ich auch in denen nicht gemacht, die ich abgeschrieben habe, aber ich war sehr sensibel und wäre möglicherweise auch mit 17 noch in Tränen ausgebrochen, wenn der Lehrer geschimpft hätte, weil ich Papierkügelchen o. ä. durch die Gegend geschmissen hätte.

Aber nein... Was lernen wir im Ref? Wie wir mit Methoden, die nur ein Lehrer interessant finden kann, Inhalte vermittelt oder die Schüler sich erarbeiten lässt, die auch nur ein Fachlehrer interessant finden kann.

In meiner Schulzeit waren wir zwar längst raus aus der Zeit des schulischen Drills, aber trotzdem wurde uns klar gemacht, was wir zu wissen hatten... Und wer es halt nicht konnte, hatte eben eine schlechte Note... Und bei zu vielen schlechten Noten oder zu wenig guten blieb man eben sitzen... Punkt!

Dieser ganze neumodische Mist von Differenzierung nach Niveau, Motivation oder Blutgruppe wird nur noch getoppt von der digitalen Revolution... Bald kommen die Kids mit Wifi-Schnittstelle auf die Welt und bekommen ihren 500.000.000 TB-Speicher jedes Jahr altersgerecht upgegradet. Leistungsmessung wird nur noch unternommen zur Prüfung der fehlerfreien Datenübertragung...

Dann hat maximal noch der erste Admin die Gefahr eines Burnouts, weil er zum nächsten Jahr alle notwendigen Inhalte zur Verfügung stellen und Fehler beheben muss...

Wie Orwell schon in Animal Farm schrieb:"Alle Lehrer sind gleich, aber manche sind gleicher als andere."

Burnout ist ein anerkanntes Leiden, aber es ereilt vor allem die, die ihre eigenen Grenzen und die Warnsignale ihres Körpers zu lange ignorieren.



Wunderbarer Beitrag, mordent.neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: halb27 Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 13.10.2018 21:23:43 geändert: 13.10.2018 21:33:31

Ich finde zwar durchaus, dass das System an vielen Stellen vverbesserungswürdig ist. Darüber anhaltend zu jammern ist aber in keiner Weise hilfreich. Das ständige Jammern und Klagen kann im Schlimmstfalll mehr als das Beklagte zu Burn out-Synptomen führen. Es ist auf jeden Fall destruktive Zeitverschwendung.

Was Not tut ist eine konstruktive Haltung. Was man nicht ändern kann muss man wie in anderen Berufen auch einfach akzeptieren. Statt sich sinnlos zu quälen.

Gerade im Lehrberuf kann man Vieles selbst sinnvoll gestalten bzw. durch Absprachen im Rahmen der egenen Schule. Gerade die Tatsache, dass die Kultusbürokratie vielfach Entscheidungen auf die Schulen abwälzt lässt sich auch positiv konstruktiv umnützen (eine wunderbare Wortfindung der Elke Heidenreich). Sie liefert der Schule Gestaltungsspielraum.

Die Zeit, die man durch sinnloses Lamentiieren verplempert, kann man alternativ auf didaktische und pädagogische Verbesserungen verwenden. In der Grundschuldidaktik Mathematik und Deutsch kenne ich mich ganz gut aus. Und bezüglich besonders der gängigen Rechtschreibdidaktik gibt es jede Menge Verbesserungspotenzial. Sich  wie jetzt modisch nur auf LdS zu stürzen ist keine Lösung. Gebraucht werden Methoden, mit denen man auch bildungsferne Schichten wenigstens einigermaßen erreicht. Und man nicht nach besseren Ressourcen schreit (auf lange Zeit keine realistische Option), die sich der individuellen Förderung widmen. Letztlich ist deshalb auch individuelle Förderung in der Regel keine Option. Tatsächlich gebraucht werden probate Methoden, mit denen man auch die meisten leistungsschwachen Kinder erreicht. Zur Zeit funktioniert die aktuelle Rechtschreibdidaktik so, dass die Kinder aus bildungsnahen Schichten sich wie die mündliche Sprache die Rechtschreibung selbst beibringen, durchaus unterstützt durch die sprachlichen Anregungen der Schule (kaum aber durch die vermittelten Rechtschreibregeln). Und die Kinder aus bildungsfernen Schichten bleiben auf der Strecke, weil viele Rechtschreibregeln didaktisch schwachsinnig sind, teilweise sogar sprachlich falsch.

Statt zu jammern kann man als Lehrer Vieles selbst verbessern. Jedenfalls die Zeit des Jammerns durch konstruktive Aktivitäten ersetzen. Was anders als das Lamentiieren zum Wohlbefinden eines Lehrers bzw. einer Lehrerin beiträgt.



mehr als Unterrichtneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: palim Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 13.10.2018 22:50:03

Eure Ausführungen kann ich nicht teilen, mordent und halb27.

In Arbeitszeitstudien wird dargelegt, dass die aufgetragenen Aufgaben gar nicht zu schaffen sind.

Deckeneffekt nennt man, wenn Lehrkräfte bei vollem Deputat ihren Aufgaben nicht mehr vollständig nachkommen können und deshalb ihre Tätigkeit einschränken.

Viele Lehrkräfte arbeiten weit über eine 40-Std.-Woche hinaus, die Überstunden könnten nicht mit den Ferien abgeleistet werden, sie wurden bei den Studien rausgerechnet. Zudem sind Ferien ja kein Urlaub.

Der Hinweis auf den Unterricht greift zu kurz: Es sind gerade die außerunterrichtlichen Aufgaben, die mehr und mehr belasten und eine Menge Zeit fressen.

Jannes Hinweis fand ich gut:

"wir HABEN von allem, was nötig für gute Schule wäre, zu wenig. Ich habe meinem Dienstherrn versprochen, so gut es mir möglich ist, für ihn zu arbeiten. Und das tue ich. Und wenn die Ressourcen nicht ausreichen, dann arbeite ich mit dem, was ich habe."

Der Arbeitgeber weiß darum, dass es von allem zu wenig ist. Er nimmt billigend in Kauf, dass Lehrkräfte ihre Aufgaben nicht ordnungsgemäß verrichten können. Darauf wurde er in allen Bundesländern von vielen Lehrkräften durch Überlastungsanzeigen und Brandbriefe hingewiesen. Abhilfe gab es bisher nicht.

Gerade Lehrkräfte arbeiten extrem viel und nehmen alles Mögliche auf sich, gerne wird es mit "es ist ja für die Kinder" beschönigt. Vielleicht müsste man viel deutlichere Abgrenzungen treffen, was eben nicht möglich ist.

Ich finde das auch schwierig, aber vermutlich muss man sich häufiger fragen, was wirklich notwendig ist und was wegfallen sollte ... oder unter derzeitigen Umständen wegfallen muss.



@palimneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: halb27 Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 13.10.2018 23:39:17 geändert: 13.10.2018 23:45:00

Dein letzter Absatz geht doch genau in die konstruktive Richtung. Wenn die massive Arbeitsüberlastung das akute Problem ist, muss man Schwerpunkte setzen und den Mut zur Lücke aufbringen. Und temporär muss man besondere Belastungen ertragen. Das ist in jedem anspruchsvollen Beruf so.



.....neuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: ysnp Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 14.10.2018 09:55:54 geändert: 14.10.2018 10:09:36

@ halb

Du bekommst vielleicht in der Rechtschreibdidaktik von der Schule, von der du Kinder förderst, diesen Eindruck. Doch diese Aussage mag vielleicht für deine Region gelten, aber verallgemeinern kann man sie nicht.

Ich schreibe jetzt für Bayern, weil ich mich in anderen Bundesländern nicht auskenne:

Bei uns gibt es immer Bestrebungen, alles, wo man irgendein Manco meint zu erkennen, zu verbessern. Das ist inzwischen so viel, dass es viel Zeit bindet. Das war vor 20 Jahren noch nicht so.

@mordent

Da du unterfordert bist, hast du diesen Blick. Die meisten sehen vor sich zu viel Pflichtaufgaben ausgesetzt. Wenn man zusätzlich zu allen anderen Sachen, die man machen muss, noch guten Unterricht machen will - das eigentliche Geschäft des Lehrers - dann ist das über die Maßen viel. Ich habe da gute Vergleiche - früher ging das noch eher, inzwischen ist alles viel mehr geworden, weil eben in allen Bereichen, mit denen man als Lehrer in Berührung kommt, mehr verlangt und erwartet wird.



pädagogische Idealeneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: palim Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 14.10.2018 10:05:25

Malina schreibt:

"Sich abzugrenzen lässt sich natürlich als Ideal gut sagen, aber aber... wir wissen alle, dass sich das leichter sagt, als umsetzen lässt, nicht wahr? Ich bin nicht in den Lehrerstand gegangen, weil mir das Wohl der einzelnen Kinder nicht am Herzen liegt und ich kein Interesse an ihnen als Individuen habe - und ich glaube, das geht vielen so."

mordent und halb27 schreiben:

"survival of the fittest"

"Es gibt zwei Sorten schlechter Schüler: die Langsamen und die hoffnungslos Verlorenen... Und es gibt nur zwei Sorten störender Schüler: die, die man trotz allem kontrollieren kann, und die, die auf lange Sicht raus müssen."

"Dieser ganze neumodische Mist von Differenzierung nach Niveau, Motivation"

"Die Zeit, die man durch sinnloses Lamentiieren verplempert, kann man alternativ auf didaktische und pädagogische Verbesserungen verwenden."

"Letztlich ist deshalb auch individuelle Förderung in der Regel keine Option."

Demnach liegt der Schwarze Peter bei den Lehrkräften, die sich nur die besseren Methoden raussuchen müssten. Pädagogik schreiben wir in den Wind, Differenzierung ist "neumodischer Mist".

So einfach ist es für Lehrkräfte nicht. Ohne Differenzierung und individuelle Förderung geht es nicht, trotzdem ist sie Teil der Überlastung. Die viel zu vielen bürokratischen Aufgaben finde ich persönlich weit schlimmer.

Wenn der Arbeitgeber das bewusst über Jahre in Kauf nimmt, denn es geht nicht um temporäre Belastungen, sondern eine andauernde Überlastung, die viele Lehrkräfte längst angezeigt haben, wird man als Lehrkraft nicht umhin kommen, einen Teil der Arbeit nicht entsprechend der Vorgaben und des eigenen Ideals ausführen zu können.

Und ich glaube, DAS ist das wirklich schwierige an diesem Thema: Ideale, für die man Lehrkraft geworden ist, sind nicht umzusetzen, weil Schule vom Sparkonzept dirigiert wird.

Die meisten Lehrkräfte suchen einen Weg, wie sie dennoch ihrem Ideal nahe kommen, sich dabei nicht kaputt machen ... und trotzdem täglich ertragen, dass in Schule nicht umgesetzt werden kann, was bitter notwendig wäre.

"Survival of the fittest"? - Das gilt dann wohl auch für Lehrer.



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