Da ich chronisch krank bin, bin ich nur in Teilzeit arbeiten gegangen. Nebenher pflegte ich meinen schwerkranken Vater, der sich zu dieser Zeit stabilisiert hatte und musste, weil das zweite Fach nicht an meiner Stammschule ausgebildet wurde, an eine weitere Schule fahren. Meine Schulleiterin stützte mich sehr, weil sie ja wusste, dass ich das eigentlich nie gewollt hatte. So schloss ich das erste Jahr ab. Zum Ende hin starb mein Vater für mich völlig überraschend, da sich sein Zustand verschlechterte. Schon zuvor gab es viele Sticheleien von Kollegen und Gegebenheiten, bei denen meine Entscheidungen und Anweisungen an die Schüler in Frage gestellt wurden, aber ich schluckte das mehr oder weniger. Meine Chefin unterstützte mich auch und versprach mir, dass ich nach der ersten Lehrprobe nicht mehr an die andere Schule fahren brauchte und ich dann auch mein zweites Fach an der Stammschule geben konnte.
Drama, wohin man schaut, und die ganze Welt soll es richten? Dann bist du im Schuldienst falsch. Dieses Schonprogramm der SL dürfte so manchem Kollegen ein Dorn im Auge gewesen sein, denn das ist unkollegial. Für Lehrkräfte, die nicht voll einsatzfähig sind, gibt es Maßnahmen, die man einleiten kann, DAS wäre Aufgabe deiner SL gewesen.
Zum Ende des Schuljahres passierte dann das, mit dem niemand gerechnet hatte. Meine Schulleiterin bewarb sich für einen anderen Posten und ein neuer Schulleiter kam. Zeitgleich wechselte auch die Verantwortliche, die für mich in der Ausbildung verantwortlich war.
Ab da begann der Alptraum, denn der neue Schulleiter wusste nichts von den Versprechungen der Schulleiterin. Die Kolleginnen, die das Fach an der Schule bisher gaben wollten ihre Stunden nicht abgeben. Ab da wurde alles immer schlimmer und als ich mich aufgrund einer extrem unverschämten Mail der Ausbildungsverantwortlichen an den neuen Schulleiter wandte begann das Mobbing.
Die neue SL hat dich einfach neutral behandelt, so wie alle anderen.
Schon vorher versuchte man mich zu bedrohen und sagte mir, wenn ich den Wechsel an die Stammschule durchziehe, werde ich das zu spüren bekommen. Ziemlich naiv blieb ich dabei den Wechsel durchzuziehen. Meine chronische Erkrankung machte mir zu schaffen und ich konnte kräftemäßig einfach nicht mehr an 2 Schulen fahren. Kurz nach einem Gespräch bei dem man mich umzustimmen versuchte ich aber nicht locler ließ, nahm man mir die ersten meiner Klassen weg und gab mir verhaltensauffällige andere.
Das ist Meinung (bedrohen) und Interpretation (verhaltensauffällig).
Aber es ging noch weiter. Eines Abends erhielt ich spontan eine Mail vom Schulleiter. Er würde morgen (das war eine Woche vor der Lehrprobe) zum Hospitieren kommen und das mit 2 weiteren Personen. Er sagte mir am Vorabend Bescheid, dass er am nächsten Tag mit 3 Leuten anrückte. Bei der Hospi störte er dann permanent meinen Unterricht und unterstellte mir hinterher, ich hätte mit den Schülern vorab den Stoff besprochen und würde es nicht ehrlich meinen.
Mobbing wäre, wenn der SL das alles hinter vorgehaltener Hand verbreitet hätte. Er hat aber offen mit dir gesprochen. Und unangekündigte Hospitationen sind an der Tagesordnung, das mache ich auch manchmal, und es wurde mir noch nie als Schikane angekreidet.
Ich hatte dann so sehr die Nase voll, dass ich völlig am Ende war und beim Seminar um Rat bat. Anfangs zeigte man sich verständnisvoll, aber letztendlich ging die Hilfe voll nach hinten los, denn der Seminarleiter bat zum Gespräch und das machte, obwohl das Gespräch neutral war, alles nur noch schlimmer und der Schulleiter hatte danach noch mehr Hass auf mich.
Du redest beim SL über das Seminar und beim Seminar über den SL. Verständlich, dass da mal jemand ein klärendes Gespräch sucht. Das mit dem Hass ist wieder Interpretation.
Am Tag meiner Lehrprobe setzte sich der Schulleiter als vierte Person unangekündigt in meinen Unterrichtsbesuch und war auch bei der Auswertung alles andere als neutral.
Völlig normal, wir werden regelmäßig zur Teilnahme eingeladen.
Es gab danach noch ein Gespräch mit den zwei Kolleginnen, die an der Schule mein Zweitfach leiteten und es nicht mit mir teilen wollten. Sie bestanden daraugf fortan dauerhaft hinten in meinem Unterricht zu sitzen. Bei diesem Gespräch wurde im Protokoll festgehalten, dass ich einen Abend vorher Bescheid geben muss, wenn ich krank bin. Dafür sollte ich unterschreiben, damit sich die Kollegen notfalls an meiner Stelle vorbereiten. Doof nur, dass sich Magen-Darmgrippen oder chronische Probleme nicht planen lassen.
In der Tat eine seltsame Vereinbarung, aber nach allem, was du oben geschrieben hast, weiß ich nicht, wie das hier einzuordnen ist.
Als weitere Schikane bestellte man mich nach den Weihnachtsferien ins Planungsbüro. Der Schulleiter hätte für mich einen neuen Plan angewiesen und ich sollte von nun an 7 Stunden am Stück und ohne Freistunde unterrichten und trotz meiner TZ-Beschäftigung 2 der schlimmsten Klassen der Schule zusätzlich bekommen. Normal läuft mein Vertrag für 12 Stunden. Ich bekam nun 15.
Planung ist keine Schikane! Planung ist notwendig. Wer hat die Definition "schlimmste Klasse" aufgebracht? Der SL? Auf den Rechenfehler 15 statt 12 Stunden kannst du ihn ganz sachlich hinweisen. Keinesfalls musst du 15 Stunden liefern, wenn du nur für 12 eingestellt bist.
Hinzu kommt, dass der Schulleiter ohne mit mir zu sprechen wegen meiner Fehlzeiten durch den Todesfall und meine chronische Erkrankung bei meinem Seminarleiter anrief und darum bat meine Ausbildung zu verlängern, um mich weiter schikanieren zu können. Das hat das Seminar aber nicht mitgemacht und hinter mir gestanden und vertritt die Auffassung, dass meine Fehlezeiten noch moderat sind.
Du unterstellst erneut Schikane.
Mittlerweile warte ich nur noch welche Schikanen als nächstes kommen. Ich will einfach nur von dieser Schule weg. Als die alte Schulleiterin noch dort war, war alles gut, aber mit dem neuen SL begann die Hölle für mich.Ich überlege nun hin und her, wie ich einen Wechsel anstreben kann, denn im Quereinstieg bin ich nicht mit einem Referendar gleichzusetzen und kann nicht vom Seminar versetzt werden. Ich müsste also einen Versetzungsantrag stellen und den würde man mir mitten in der Ausbildung sicher nicht gewähren.
Hast du es denn schon probiert? Stell doch deinen Antrag!
Mein Plan B ist nun lange krank zu sein, um so beim Eingliederungsmanagement ein Gespräch zu erwirken. Ich weiß aber nicht, ob das funktioniert.
Wenn du im Laufe eines Schuljahres 6 oder mehr Wochen krank bist, MUSS dein Dienstherr dir eine BEM anbieten. Wenn er das nicht tut, kannst du selbst darum bitten. Wenn du diese Zeiten bereits zusammenhast, musst du nicht zusätzliche Krankheitstage generieren.
Hat jemand einen Rat für mich? Gespräche mit dem Personalrat waren leider erfolglos. Gibt es durch lange Fehlzeiten zu erwirken an eine andere Schule zu kommen?
Im Rahmen einer Wiedereingliederungsmaßnahme, die Teil einer BEM sein kann, besteht die Möglichkeit, durch einen Schulwechsel (z.B. wegen unüberbrückbarer Differenzen) die Arbeitskraft wiederherzustellen. Ich bin mir jedoch nicht ganz sicher, ob du mit einer solchen Maßnahme an einer anderen Schule glücklicher werden kannst.
Wie auch immer, alles Gute für dich und deinen weiteren Weg.