möchte es euch aber erzählen: ich habe vor einigen Jahren Esther Béjarano live erlebt (Holocaust-Überlebende), die mit ihrer Rapper-Band auf Tour war. Sie erzählte, wie sie zu ihrer Musikidee gekommen war: Sie hatte eine Boutique in Hamburg und eines Tages formierten sich vor ihrem Laden Nazi-Truppen (oder zumindest äußerst rechts ausgerichtete Menschen) zu einer Demo. Sie war erschrocken, dass es sowas geben darf und freute sich, als die Polizei eintraf, weil sie dachte, diese würde jetzt dem Treiben ein Ende setzen. Dann erfuhr sie, dass die Polizei da war, um die Demo zu schützen! Das empörte sie derart, dass sie beschloss, durchs Land zu reisen und über das Grauen des Holocaust zu berichten. Um möglichst viele junge Menschen zu erreichen, wählte sie die Rap-Musik und tourte fortan mit gerappten Texten und ihrer Band herum.
Sie war eine winzige Frau und dennoch eine solche Erscheinung mit ihrem Auftreten und ihren Geschichten (unter anderem, wie sie im KZ ins Orchester kam, weil sie der Aufseherin vorgelogen hatte, sie können Akkordeon spielen).
Ich habe selten eine so beeindruckende Vorstellung gesehen. Leider kann man sich an einer Hand abzählen, wann die letzten Überlebenden weg sein werden und mit ihnen die Berichte aus erster Hand.