Aaalso: Ich saß mit einer Freundin in einer großen Parkanlage zum Abschluss unseres Spaziergangs. Von hinten näherte sich eine alte Frau im Rollstuhl und fragte, ob wir sie zum anderen Ende des Parks schieben könnten, weil sie dort allein nicht hinkäme. Das hätte bedeutet, eine lange, steil ansteigende Strecke zu überwinden mit einem Rollstuhl, den wir vermutlich kräftemäßig gar nicht gepackt hätten, außerdem hätte es uns 1 Stunde Zeit gekostet, und vor allem war mir die Verantwortung zu groß (was, wenn wir sie z.B. umgekippt hätten?). Also haben wir "nein" gesagt. Daraufhin wurde die Frau sofort ausfallend und unverschämt und hielt sich wild zeternd noch eine Weile bei uns auf. Meine Freundin, die öfter in diesem Park ist, meinte aber, die Frau sei immer mal wieder dort, d.h. sie kennt das Gelände und bräuchte ja nicht ins Tal zu fahren, wenn sie weiß, dass sie den Berg allein nicht mehr hoch kommt. Sie wirkte eher so, als ob es ihre einzigen Sozialkontakte seien, irgendwo Leute anzusprechen, selbst, wenn es dann auf Schimpftiraden hinausläuft.
Übrigens haben wir beobachtet, wie sie später noch weitere Leute ansprach, niemand hat es gemacht. Und es hätte auch eine Lösung gegeben (die ich ihr sogar vorgeschlagen hatte: 100 m Luftlinie gab es eine Bushaltestelle, von dort hätte sie nach überall kommen können, aber da war sie schon auf dem Trip, wie unverschämt wir seien, ihre Bitte abzulehnen).