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Forum: "Schulprogrammarbeit"

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Schulprogrammarbeitneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: physikass Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 22.08.2002 20:38:33 geändert: 22.08.2002 20:40:04

Was hat´s gebracht, wie geht´s weiter?
Schulprogrammarbeit

Kein Schulprogramm gleicht dem anderen. Von Loseblattsammlungen bis hin zu aufwendig illustrierten "Regiebüchern" für die Schul- und Unterrichtsentwicklung ist an den nordrhein-westfälischen Schulen alles zu finden. Schulprogrammarbeit ist jedoch mehr als die einmalige Erarbeitung eines Papiers, sie ist kontinuierlicher Bestandteil der Schularbeit und Entwicklung. Bei der Weiterarbeit mit den Schulprogrammen kommt es jetzt vor allem darauf an, die Inhalte im schulischen Alltag umzusetzen und das Papier mit Leben zu füllen. Ansatzpunkte dafür werden auf den folgenden Seiten vorgestellt.

Kürzlich machte bei einer Tagung ein Schulleiter eine interessante Rechnung auf: Zur Erstellung des Schulprogramms an seiner Schule wurden innerhalb von drei Jahren sechs pädagogische Tage, 17 Sitzungen der Steuergruppe und drei Sitzungen der Schulkonferenz durchgeführt. Noch nicht berücksichtigt ist dabei die Zeit, die für das Schreiben und die Redaktion des Textes notwendig war. Eine eindrucksvolle Bilanz. Tatsächlich liegt der Aufwand der Schule damit nicht weit von dem entfernt, was in Nordrhein-Westfalen für die Schulprogrammarbeit im Durchschnitt aller Schulen aufgewendet wurde. Eine Repräsentativbefragung von Schulen, die im letzten Jahr durchgeführt wurde, zeigt: Zur Entwicklung eines Schulprogramms benötigten Schulen in Nordrhein-Westfalen bis Ende 2000 durchschnittlich 4 pädagogische Tage und 14 Sitzungen der Schulprogrammgruppe.

Solche Ergebnisse werfen natürlich Nachfragen auf: Was kam bei all diesen Initiativen und Anstrengungen für Schulprogrammarbeit bislang heraus? Hat sich der Aufwand gelohnt? Wie soll es mit dem Schulprogramm weiter gehen? Nicht nur Kollegien, sondern auch das Schulministerium interessierte sich für Antworten auf diese Fragen. Deshalb wurden im Laufe des Jahres 2001 mehrere Evaluationsstudien über Erfahrungen mit der Schulprogrammerstellung in Auftrag gegeben. So wurden eine Repräsentativbefragung und qualitative Interviews mit Lehrkräften und Schulleitungen in allen Schulformen durchgeführt. Außerdem gab es eine flächendeckende Auswertung der Schulprogramme durch die Schulaufsicht. Schließlich wurden in einer qualitativen Begleitstudie auch der Dialog zwischen Schulaufsicht und Schulen untersucht und. Bilanzworkshops mit Eltern und Schülern zur Schulprogrammarbeit durchgeführt.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse dieser Studien?
Schulprogramme liegen flächendeckend vor

Bis zum 31. Dezember 2000 hatten fast alle Schulen in Nordrhein-Westfalen ein schriftliches Schulprogramm erstellt. Von vielen Schulen wurde diese Vorgabe, ein Schulprogramm zu verfassen zunächst als große Belastung erlebt. Die Rückmeldungen aus den Schulen zeigen jedoch, dass dieser Druck offenbar ÔheilsamÕ war. Denn ohne diesen verbindlichen Abgabetermin - so sagen in der Rückschau viele - hätte wohl in den Schulen einiges nicht oder zumindest nicht in der vorliegenden Form entstehen können. Richtig war aber auch, kein starres Schema für die Form der Schulprogramme oder bestimmte Inhalte vorzugeben, sondern alle Schulen dort beginnen zu lassen, wo sie es für richtig hielten. Allerdings wurden in den Evaluationsstudien auch kritische Töne geäußert, vor allem hinsichtlich der Rahmenbedingungen. Sie richteten sich gegen die teilweise als unpräzise empfundenen Erwartungen des Schulministeriums und der Schulaufsicht. Störend empfanden viele Schulen auch, dass zeitgleich zur Schulprogrammarbeit eine Reihe weiterer verbindlicher Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in die Wege geleitet wurde.

Schulen zeigen Profil

Kein Schulprogramm gleicht dem anderen. Schon bei der Aufmachung zeigen Schulen Profil: vom Faltblatt, über Loseblattsammlungen bis hin zu Internetpräsentationen oder kleinen ÔRegiebüchernÕ für Schul- und Unterrichtsentwicklung - die Vielfalt und der Ideenreichtum sind enorm. Vergleichbares gilt für die behandelten Inhalte. Die Programme der Schulen umfassen eine große inhaltliche und konzeptionelle Bandbreite. Dennoch finden sich Gemeinsamkeiten. So werden von den meisten Schulen die Bereiche Schulleben und Erziehungsarbeit in den Schulprogrammen recht umfassend behandelt. Sie kommen in mehr als 80 Prozent der Schulprogramme vor. Weitere wichtige Inhalte sind Berufsorientierung (mit Ausnahme der Grundschulen), fächerübergreifendes Lernen und ffnung der Schule. Konzepte für den Fachunterricht werden dagegen deutlich weniger umfangreich behandelt. Auffallend ist, dass Schulen häufig ihr Leitbild beschreiben, dass aber vergleichsweise selten konkrete Arbeitspläne für die nächsten Schuljahre formuliert werden. Evaluation und Fortbildungsplanung sind weitere Bereiche, die bislang nur bei ganz wenigen Schulen eine besondere Rolle in den Schulprogrammen spielen.

Lehrkräfte sind sich noch unsicher über den Nutzen der Schulprogrammarbeit

Insgesamt kann man sagen, dass Schulprogramme in der Breite der Schulen und der Kollegien grundsätzlich als sinnvoll anerkannt werden. Der Anteil derjenigen, die Schulprogrammarbeit für überflüssig halten, ist insgesamt doch eher gering. Rund ein Viertel der Befragten ist dieser Meinung. Allerdings wird auch der Nutzen von Schulprogrammen noch recht unterschiedlich bewertet. Etwa ein Drittel der Lehrkräfte ist der Auffassung, dass das Schulprogramm der Schule bisher genutzt hat, ein Drittel sieht keinen Ertrag und ein weiteres Drittel sieht es mit gemischten Gefühlen. Vielleicht war der Zeitpunkt für diese Bilanz noch zu früh. Schulentwicklungsprojekte brauchen erfahrungsgemäß einige Zeit, bis sie nachhaltige Wirkungen zeigen können. Interessant ist jedoch, dass Schulleitungs- und Steuergruppenmitglieder bereits jetzt den Nutzen der Schulprogramme deutlich positiver als die anderen Lehrkräfte beurteilen.

Schulprogramme schaffen Verbindlichkeit

Ein Effekt der Schulprogrammarbeit zeigt sich jedoch schon jetzt sehr deutlich. Für viele Befragte hat sich die Arbeit vor allem deshalb gelohnt, weil über einen längeren Zeitraum hinweg systematisch über pädagogische Themen gesprochen wurde und Prioritäten in der Arbeit gesetzt wurden. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Für rund 50 Prozent aller Lehrkräfte war der wichtigste Effekt der Schulprogrammarbeit, dass die Diskussion über gemeinsame Ziele in Gang kam und mehr Verbindlichkeit erreicht wurde. Die Arbeit an der Schule wurde transparenter: Man weiß nun besser, was andere machen, es gibt mehr Absprachen und die inhaltliche Arbeit hat mehr Struktur.

Unterricht kommt noch zu kurz

In rund einem Viertel der Schulprogramme wird der Unterricht nach Angaben der Schulaufsicht ÔumfassendÕ, bei weiteren knapp 50 Prozent der Schulen Ôin TeilenÕ behandelt. Unterricht wird demnach bislang in Schulprogrammen weniger ausführlich bearbeitet als andere Bereiche, wie beispielsweise ÔErziehungsarbeitÕ und ÔSchullebenÕ. Der Unterricht bleibt aber keinesfalls außen vor. Das Schulprogramm wirkt bisher eher in Form von Prinzipien des Lernens, von methodischen und organisatorischen Aspekten als durch inhaltliche oder fachdidaktische Vereinbarungen in den Unterricht hinein. Immerhin geben rund 40 Prozent der befragten Lehrkräfte an, dass sich durch das Nachdenken über gemeinsame pädagogische Ziele im Rahmen der Schulprogrammarbeit der Unterricht der Lehrkräfte zumindest teilweise verändert hat.

Auf den Prozess kommt es an

Das Schulprogramm als ein Dokument auf dem Papier ist das eine, das, was in der Schule tatsächlich geschieht, das andere. Für viele Lehrkräfte ist weniger das schriftlich fixierte Schulprogramm entscheidend, sondern vielmehr der kontinuierliche gemeinsame Prozess der Entwicklung und berarbeitung des Schulprogramms. Die Schulprogrammarbeit steht im Vordergrund. Das einmal formulierte Programm soll keinesfalls unverändert Geltung für die kommenden Jahre haben. Vielmehr wird eine kontinuierliche Revision und Weiterentwicklung angestrebt. Folgerichtig ist für die meisten Schulen das Schulprogramm etwas, was mit der Zeit wachsen soll. Bausteine oder Maßnahmen sind in der Erprobung und werden nach und nach ins Schulprogramm aufgenommen.

Ohne Engagement der Lehrkräfte geht nichts

Das Engagement der Lehrkräfte sowie Kooperation und Teamgeist im Kollegium sind der Schlüssel zum Erfolg bei der Schulprogrammarbeit. Wichtig ist aber auch, dass die Arbeit gezielt - z.B. durch eine Schulprogrammgruppe - koordiniert wird und dass regelmäßig pädagogische Tage durchgeführt werden. Eine besondere Rolle für den Erfolg spielt weiterhin die Schulleitung. Sie muss den Schulprogrammprozess kontinuierlich begleiten und dafür sorgen, dass möglichst viele Lehrkräfte einen aktiven Part spielen, beispielsweise durch Mitarbeit in Arbeitsgruppen oder durch konkrete Arbeitsaufträge für die Jahrgänge und Fachkonferenzen.

Nicht alle arbeiten mit

Wie nicht anders zu erwarten war, gab es bei der Schulprogrammarbeit eine Reihe von Schwierigkeiten. Rund die Hälfte der Lehrkräfte in der Evaluationsstudie sagt, dass es in ihrem Kollegium Unmut über die zusätzliche zeitliche Belastung gab. Vielleicht hatten vor allem deshalb sehr viele Schulen Schwierigkeiten, alle Kollegiumsmitglieder für die Mitarbeit am Schulprogramm zu gewinnen. Beklagt wurde vielfach die fehlende Bereitschaft bei Einzelnen oder mehr oder weniger großen Teilen der Kollegien, sich für die Schulprogrammarbeit zu engagieren.

Lob durch die Schulaufsicht

Die von der Schulaufsicht berichteten Erfahrungen und die überwiegend positive Resonanz der Schulen zeigen, dass sich der Aufwand für die flächendeckend durchgeführten Dialoggespräche zwischen Schulen und Schulaufsicht gelohnt hat. Dabei wurde ein Ergebnis deutlich, das man in dieser Form nicht unbedingt erwarten konnte: Die Schulaufsicht bewertet die bislang erreichten Ergebnisse der Schulprogrammarbeit deutlich positiver als die Schulen selbst. Rund vier Fünftel der Schulprogramme erfüllen nach Meinung der Schulaufsicht bereits zum jetzigen Zeitpunkt weitgehend die Funktionen, die Schulprogrammen für die Schulentwicklung zugeschrieben werden. Besonders gelungen sind nach Aussage der Schulaufsicht der Zusammenhang von Schulprogrammaussagen zu zentralen Vorgaben, der Bezug der Schulprogramme auf die besondere Situation der Schule und das Umfeld sowie die Einbindung in die längerfristige Schulentwicklung. Allerdings wird auch von der Schulaufsicht auf noch bestehende Lücken der Schulprogramme verwiesen. Diese betreffen vor allem die Beteiligung von Eltern und Schülerschaft an der Schulprogrammarbeit, den fachlichen Unterrichtsbezug und die Evaluation.

Schulprogramme müssen im Alltag lebendig werden

Von Schulen, die schon seit längerer Zeit mit dem Schulprogramm arbeiten, wird berichtet, dass es bei der Weiterarbeit mit dem Schulprogramm vor allem darauf ankommt, die Inhalte des Schulprogramms in den Alltag zu integrieren. Lehrkräfte müssen spüren, dass das Schulprogramm für ihre tägliche Arbeit relevant ist: im Unterricht, bei der Jahresplanung, bei Themen und Inhalten von Projekten. Wie die Entwicklung bedarf auch die Umsetzung des Schulprogramms einer verbindlichen Arbeitsstruktur. Es müssen Verantwortlichkeiten für einzelne Maßnahmen geklärt werden, Schulprogrammgruppen sollten weitergeführt werden, es müssen weiterhin pädagogische Tage für die Schulprogrammarbeit eingeplant und die Fortschritte reflektiert und bilanziert werden.

Wie geht es weiter?

Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Evaluationsstudien zur Schulprogrammarbeit in Nordrhein-Westfalen, dass sich das Schulprogramm als praktikables und nützliches Instrument der Qualitätsentwicklung und als eine sinnvolle Grundlage für die Sicherung der Qualität schulischer Arbeit erwiesen hat. Selbstverständlich sind der Stand der Arbeit und die Akzeptanz in den Schulen noch unterschiedlich ausgeprägt. Dies ist nach einer ersten Phase von drei Jahren vermutlich auch nicht anders zu erwarten. Für die weitere Arbeit mit dem Schulprogramm zeichnet sich auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen eine Reihe von Perspektiven ab:

Für viele Schulen lag der Schwerpunkt der Schulprogrammarbeit bislang auf der Darstellung und Bestandsaufnahme der eigenen Arbeit. Dagegen wurde das Schulprogramm weniger als Entwicklungsinstrument genutzt. Es wird deshalb nun darauf ankommen, das Schulprogramm verstärkt dazu zu nutzen, konkrete Entwicklungsschritte zu planen und verbindliche Arbeitsschritte zu vereinbaren.


In Nordrhein-Westfalen ist Unterricht konzeptionell der Kern der Schulprogrammarbeit. Offenbar ist es aber bislang noch nicht richtig gelungen, dies deutlich zu vermitteln und zu zeigen, wie Unterrichtsentwicklung im Schulprogramm verankert werden kann und wie der Zusammenhang des Schulprogramms mit weiteren für den Unterricht relevanten Vorgaben (schulinterne Lehrpläne, Parallelarbeiten, Qualitätssicherung) gestaltet werden soll. Hier bedarf es weiterer Klärungen und Beispiele, wie Unterrichtsaspekte im Schulprogramm behandelt werden können.


Evaluation spielt in den Schulprogrammen bisher noch nicht die Rolle, die ihr eigentlich zukommt. Nach wie vor gibt es in den Schulen viel Unsicherheit und Unklarheit, wie Evaluation praktisch gestaltet werden kann und wie man es schafft, aus ihr auch produktiv Konsequenzen zu ziehen. Gleichwohl gibt es ein großes Interesse für Evaluation und eine hohe Nachfrage nach Fortbildungsangeboten in diesem Bereich.


Bislang werden Eltern sowie Schülerinnen und Schüler nur in einzelnen Schulen intensiv an der Schulprogrammarbeit beteiligt. Hier müssen noch weitergehende Erfahrungen und Beispiele gesammelt werden, die zeigen, wie Eltern- und Schülermitwirkung gelingen kann.
Was kann man in Zukunft tun?

Wie geht es weiter? Was kann man tun? Diese Fragen rufen nach dem Ende der ersten Phase der Schulprogrammarbeit in Nordrhein-Westfalen zum Teil Unmut und Unverständnis hervor: Ist denn Schulprogrammarbeit nicht schon lange fertig? Liegen denn die Dokumente nicht schon seit längerem vor? Gibt es denn jetzt nichts Wichtigeres zu tun? Aber: Schulprogrammarbeit ist mehr als die einmalige Erarbeitung eines Dokuments, sie ist kontinuierlicher und alltäglicher Bestandteil der Schularbeit und -entwicklung. Dies erfahrbar zu machen, ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Aufgaben der Schulprogrammarbeit in der nächsten Zeit.

Die Evaluationsstudien zeigen, dass dies nur gelingt, wenn Schulprogrammarbeit in der Schule wichtig gemacht wird - und zwar auf zweierlei Weise: Zuerst muss ihr als kontinuierliche Aufgabe eine entsprechende Bedeutung beispielsweise bei Projekten oder Konferenzen gegeben werden. Dann muss sie aber auch für alle Beteiligten in der Schule wirklich von Bedeutung sein. Schulprogrammarbeit muss sich also mit den Aufgaben, Problemen und Fragen auseinandersetzen, mit denen sich Lehrkräfte und Schüler beschäftigen, sie muss Lösungen für die tägliche Praxis bieten. Je näher Schulprogrammarbeit sich auf die tägliche Praxis ausrichtet, umso besser kann sie auch in der Schulentwicklung wirksam sein. Dazu einige Anregungen:

Schulprogrammarbeit richtig "kalibrieren"

Liegt die erste Fassung eines Schulprogramms vor, sind viele Schulen unsicher, wie sie die weitere Schulprogrammarbeit anlegen sollen: Setzen sie zu sehr nur auf große Entwürfe und schulbezogene Aktivitäten, geht schnell der Bezug zum Unterricht verloren, Schulprogramme werden wenig hilfreich. Setzen sie dagegen auf kleinschrittige Planungen und das Abarbeiten von Aufgaben aus "Pflichtenheften", verliert Schulprogrammarbeit schnell die Zielorientierung. Das richtige Maß von Schulprogrammarbeit zu finden, d.h. sie zu kalibrieren, kann besser gelingen, wenn jede Fachkonferenz/Jahrgangsstufe:

für jedes Schuljahr zwei bis vier Ziele vereinbart (die auf Schulebene abgestimmt werden): Was wollen wir im nächsten Jahr in unserer Arbeit (mehr/besser..) erreichen?

festlegt, wie sie die Ziele erreichen will und woran sie erkennen/messen will, ob die Ziele erreicht worden sind,

die Arbeit auswertet und auch nach außen (Eltern/Schüler) dokumentiert, ob die Ziele erreicht worden sind.

Dieses auf den ersten Blick simple Verfahren - die Ergebnisse lassen sich in einer einfachen Matrix darstellen - erweist sich als besonders wirksam, um zunächst noch relativ allgemeine Zielvorstellungen konkret in die Praxis umzusetzen:

Besonders ergiebig ist die Erstellung einer solchen Matrix zu unmittelbar unterrichtsbezogenen Zielen, wie z.B. Verbesserung der Rechtschreibleistungen, "Steigerung der mündlichen Mitarbeit". Hier hilft dieser Schritt, angemessene und konkrete Ziele zu formulieren und zu kleine oder zu umfangreiche Zielvorstellungen zu revidieren.

Evaluation produktiv anlegen

Eines der größten Missverständnisse bei Schulprogrammarbeit besteht darin, Evaluation als völlig neue Sache anzusehen, für die man die Voraussetzungen erst schaffen muss. Dass Unterricht noch zu selten Gegenstand von Evaluation ist, hängt auch damit zusammen, dass vorhandene Daten nicht systematisch für Evaluation genutzt werden. ber kaum etwas in der Schule liegen so viele Informationen vor wie über den Unterricht, es geht nur darum, sie systematisch zu nutzen. Evaluation von Unterricht kann z.B. relativ einfach erfolgen durch:

Auswertung von Aufgabenstellungen bei Klassenarbeiten: Was ist eigentlich der Schwerpunkt unserer Arbeit? Welche Methoden vermitteln/fordern wir?

Systematische Analyse von Protokollen/Aufzeichnungen von pädagogischen Konferenzen/Klassenkonferenzen: Welche Probleme tauchten in den letzten drei Jahren immer wieder in solchen Zusammenhängen auf? Welche Lösungsvorschläge wurden gemacht, erprobt?

Erforschung von "Schülerlaufbahnen" (exemplarische Einzelfälle oder Gruppen): Gibt es "regelmäßige", typische Entwicklungen bei Schülerlaufbahnen?

Unterrichtsentwicklung als Teil von Schulprogrammarbeit sollte deshalb auf zwei Dinge setzen:

Gegenseitige Information und gemeinsame Planung: Vor der Evaluation von Unterricht auf Jahrgangs- oder Schulebene brauchen Lehrkräfte in der Regel Einblick in die Arbeit der Kollegen und Erfahrungen mit gemeinsamer Planung. Einblick ist z.B. zu schaffen durch Präsentation von Unterricht auf pädagogischen Tagungen und Konferenzen: Hier kann jede Fachkonferenz oder Jahrgangsstufe Material zu einer ihrer Meinung nach wichtigen oder gelungenen Unterrichtsreihe oder -stunde vorstellen. Solche Präsentationen geben gerade Kollegien in der Sekundarstufe I erstmalig Gelegenheit, die Arbeit in den anderen Fächern wahrzunehmen - etwas, das Schüler jeden Tag können. Ohne einen Einblick in die Arbeit anderer Fächer in der Schule ist eine übergreifende Evaluation nur schwer möglich.

Evaluation in der einzelnen Klasse (mit der Option der kollegialen Ausweitung): Evaluation von Unterricht ist für die einzelne Lehrkraft immer auch eine persönliche Rückmeldung über die individuelle Arbeit. Deshalb sollte vor Evaluationen auf Jahrgangsstufenebene oder in der Schule reichlich Gelegenheit gegeben werden zu einer Evaluation in der Klasse, die die Lehrkraft nicht nach außen tragen muss.

Eltern, Schülerinnen und Schüler einbeziehen

Die Ergebnisse der Bilanzworkshops mit Eltern, Schülerinnen und Schülern zur Schulprogrammarbeit belegen nachhaltig: Es gibt bisher zu wenig Erfahrungen darüber, wie man Eltern, Schülerinnen und Schüler konstruktiv in Schulprogrammarbeit einbeziehen kann. Versuche, Eltern, Schülerinnen und Schüler als Mitautoren oder Mitglieder in Steuergruppen zu integrieren, sind aus Zeit- oder Organisationsgründen meistens gescheitert. Dies liegt wohl auch daran, dass sie ein eher kurz- oder mittelfristiges Interesse am Schulprogramm haben und an direkten Umsetzungen in die Praxis interessiert sind, während Schulen die Schulprogramme oft langfristig und grundsätzlich angelegt haben.

Die Beteiligung von Eltern, Schülerinnen und Schülern am Schulprogramm gelingt offensichtlich eher, wenn die Aufgaben/Vorhaben

zeitlich und inhaltlich begrenzt sind, in ihren Auswirkungen auf den Unterricht und Schule direkt gesehen werden können,

Lernenden und Lehrenden Gelegenheit bieten, in anderen Feldern und Formen als üblich zusammenzuarbeiten,

zu einer intensiveren und verbesserten Kommunikation zwischen Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern führen.

Wichtig ist dabei, die Beteiligung nicht auf den Bereich "Feste, Feiern und Projekte" zu beschränken, sondern auch den Unterricht als Feld für Beteiligung in den Blick zu nehmen. Hier können Schülerinnen und Schüler beispielsweise - auf einer vorher erarbeiteten Grundlage - Beobachtungsaufgaben wahrnehmen und Rückmeldungen über den Unterricht geben.

Die Einbeziehung der Eltern, Schülerinnen und Schüler ist in erster Linie aber keine Frage der Beteiligung und Mitwirkung am Schulprogramm, sondern sie ist zuallererst eine Frage der Einbindung und Information: Schüler und Eltern müssen das Schulprogramm kennen, sie müssen wissen, welche Möglichkeiten und Anforderungen sich daraus ergeben.

Hierzu eignet sich insbesondere eine "Schüler- bzw. Elternfassung" des Schulprogramms, die man in der Klasse oder in Elternbriefen veröffentlichen kann. Schulprogrammarbeit würde sich dadurch verständlich und überprüfbar machen.

Diese - und viele andere - Schritte bei der weiteren Schulprogrammarbeit können Schulen selbstständig machen, wenn sie vorhandene Erfahrungen und Hilfen (z.B. in Handreichungen) nutzen und Möglichkeiten gemeinsamer Planung und Arbeit schaffen. Schulen, die intensivere Anstöße und Hilfen wünschen, können Unterstützung durch die neue landesweite Fortbildungsmaßnahme âSchulprogramm und EvaluationÕ erhalten. Informationen zu dieser Maßnahme gibt es bei den Schulämtern oder den Dezernaten 46 der Bezirksregierungen.

Christoph Burkard, Gerhard Eikenbusch, Hans Haenisch

Eine ausführliche Darstellung der Studien liegt vor in dem Band: Schulprogrammarbeit in Nordrhein-Westfalen. Hrsg. v. Landesinstitut für Schule. Bönen (DruckVerlag Kettler, Postfach 1150, 59193 Bönen) 2002, Best.-Nr. 2288, 8 Euro zzgl. Versandkosten


Quelle:http://www.forumschule.de/fs08/magtma.html


sehr interressantneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: anita2416356 Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 23.08.2002 13:52:42

ich habe im rahmen eines seminars einer Evaluationsmitglied von BLK 21 direkt über die Schulter geschaut und auch einige schulprogramme aus NW in der Hand gehabt. Es gibt sehr große unterschiede in Art und Umfang, aber ich finde es eine gute Idee. So beziehen Lehrer, Schüler und Schule position. einige interessante Projekte sind dadurch entstanden. Sicherlich ist es ein langer weg bis ein solches programm steht und bis es auch so funktioniert wie gedacht,es ist aber eine gute Sache.


Qualitätsprogrammeneuen Beitrag schreiben zur Forenübersicht   Seitenanfang
von: hoerby Userprofil anzeigen Nachricht senden erstellt: 26.11.2002 23:25:39

Hallo,
in Rheinlnad-Pfalz müssen die Schulen zum Schuljahr 2003/2004 Qualitätsprogramme mit Vorhaben, Zielen und Zeitplänen vorlegen. Ziel ist im Kern die Unterrichtsverbesserung.
Hat da draußen wer schon damit zu tun?


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